Wie geht es mit der Turmbergschule weiter?

Das berichtet die Gemeinde Weingarten – aus dem Gemeinderat:
Geplante Erweiterung der Turmbergschule

Die Turmbergschule verzeichnet seit Jahren steigende Schülerzahlen, aktuell umfasst der Schulstandort Weingarten eine vierzügige Grundschule für 448 Schüler sowie eine zweizügige Gemeinschaftsschule für 336 Schüler. Die Bedarfsprognose geht von 18 Unterrichtsräumen für die Grundschule und von 14 Räumen für die Gemeinschaftsschule aus.

Grundlage ist das pädagogische Konzept
Nachdem in der Vergangenheit die Gebäude- und Raumstruktur im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten immer wieder angepasst wurde, zuletzt mit Containern, steht nun eine umfassende Entwicklungsplanung an. Bürgermeister Eric Bänziger erläuterte die zugrunde liegenden Überlegungen. Im Mittelpunkt der Planung stehe das pädagogische Konzept. In Gesprächen mit der evangelischen Kirche sei die maximal beste Lösung für
deren Gebäude anzustreben und es sei der Antrag eines alternativen Standorts auf dem Festplatz zu prüfen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen erläuterte der Leiter des Bauamts Oliver Leucht.

Die Schule der Zukunft sei ein Lern- und Lebensort. Unterricht am Vormittag, Förder- und Projektarbeit am Nachmittag sowie Mittagspause und Freizeit seien drei Komponenten, die Einfluss auf den Raumbedarf hätten. Veränderte Unterrichtsformen erforderten eine Veränderung der Lernlandschaft. Differenziertes Lernen in der Gemeinschaftsschule sei ebenso zu berücksichtigen wie Inklusion und gemeinsames Lernen.

Die Unterrichtsform bestimmt den Raumbedarf
Dazu bedürfe es flexibel nutzbarer Räume in unterschiedlichen Größen. Für einen Aufenthalt von 8 bis 16 Uhr seien Mensa, Schülercafe, Aula, Bewegungsräume und Rückzugsmöglichkeiten erforderlich. Auch für die Präsenzpflicht der Lehrer seien individuelle Arbeitsplätze zu schaffen. In der Grundschule sei mittelfristig ebenfalls von einer Änderung der Unterrichtsform zur Ganztagesschule auszugehen, so dass im Endausbau eine verbindliche Ganztagesschulform von der ersten bis zur zehnten
Klasse angeboten werden müsse.

Daraus leite sich eine flexible Raumkonzeption ab, welche dem „Münchner Lernhausmodell“ und den Empfehlungen für zeitgemäßen Schulbau entspricht: sogenannte „Lern-Cluster“, also Bereiche, die neben den klassischen Klassenzimmern auch „Input-Räume“, größere Aufenthaltsbereiche („Forum“) sowie Teamräume für die Lehrer beinhalten.

Die Standortfrage
Grundsätzlich sei eine Umsetzung dieser Konzeption am bisherigen Standort in der Ortsmitte wie auf dem Festplatz denkbar. Im Kostenvergleich käme eine Erweiterung der Schule am bestehenden Standort auf eine geschätzte Gesamtsumme von 18,5 Millionen.
Nach Abzug der Förderquote bleibe der Eigenanteil der Gemeinde bei rund 12,2 Millionen. Ein kompletter Neubau am Festplatz käme auf eine Gesamtsumme von 41,5 Millionen, der Eigenanteil der Gemeinde läge bei 23 Millionen. Dann zeigte Leucht das Flächenpotenzial in der Ortsmitte auf. Es sind der E-Bau und das Gemeindehaus. „Die Vision“, so Bänziger, sei ein Gemeinschaftsraum mit Saal von rund 300 Quadratmeter plus Bühne, an dessen Nutzung Gemeinde, Schule, Kirchen und Vereine beteiligt seien. Die Grundlage sei ein mehrgeschossiger Neubau an der Stelle des jetzigen E-Baus. Die Bestandsgebäude würden energetisch saniert und aufgewertet. Die Kosten könnten an diesem Standort über Jahre gestreckt werden. Somit wurde der Verbleib am aktuellen Standort einstimmig beschlossen. Die Entwurfsplanung bezieht die Flächen der evangelischen Kirchengemeinde und den Bedarf der Kirchen mit ein.

Es soll einen Architektenwettbewerb geben
Die Verwaltung soll ein Planungsbüro mit der Vorbereitung und Durchführung eines zweistufigen Architektenwettbewerbs
beauftragen. Ferner sollen Eltern, Schulleitung und die Vertreter aller am Schulleben Beteiligten in die Planungen eingebunden werden. Die Bürger sollen in einer Einwohnerversammlung im März 2020 miteinbezogen werden. Der Ausbau soll schrittweise dargestellt und mit der entsprechenden Finanzierung hinterlegt werden. Den letzten Punkt, dem Erwerb des ehemaligen Penny-Gebäudes unabhängig von der Verwendung, hat die CDU-Fraktion abgelehnt, dieser wurde mehrheitlich beschlossen.

Stimmen der Fraktionssprecher
Dazu begründete Gerhard Fritscher, die CDU stimme nicht zu ohne Kenntnis der Kosten und würde außerdem eine mögliche Mensa nicht außerhalb des Areals befürworten. Klaus Holzmüller (FDP) zeigte sich zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit mit den Kirchen eine gute Kombination sei. Ein Architektenwettbewerb bringe neue Ideen, aber man solle ins Auge fassen, die Geschossigkeit im Ortskern zu erhöhen. Wolfgang Wehowsky (SPD) erklärte, die SPD habe für die Beibehaltung des Standorts massiv geworben. Wenn alles so bleibe, wie jetzt vorgeschlagen, dann erwarte er, dass es keine Verzögerungen gebe. Timo Martin (WBB) sprach der Verwaltung ein Lob aus für die umfassende Vorbereitung. Alle Möglichkeiten seien vorbehalten, der Verbleib im Ortskern sei zu
befürworten und die Kirchen seien einzubinden. Sonja Güntner (Grüne) schloss sich an und meinte, die Kommunikation mit den Kirchen sei wichtig.

Bericht: Gemeinde Weingarten, aus dem Gemeinderat
Bild: Symbolbild, MeinOrt Archiv