Weihnachtslieder auf dem Friedhof – Musikverein Weingarten

Bericht der Gemeinde Weingarten: Seit 67 Jahren eine Tradition, die niemand missen möchte

„Alle Jahre wieder“ erklingt das uralte Weihnachtslied vom Berg herunter über das Tal. Seit 67 Jahren tritt das Blasorchester des Musikvereins Weingarten am Heiligen Abend zusammen, um auf dem hoch gelegenen Friedhof Weihnachtslieder zu spielen, um damit die Menschen zu erfreuen und auf Weihnachten einzustimmen. „Süßer die Glocken nie klingen“: „Oma, das ist Dein Lieblingslied“ sagt ein kleines Mädchen zu seiner Großmutter und beide lauschen. Still, bewegt, berührt vom Zauber der Musik. Fast niemand singt mit der Melodie. Es ist nicht verboten, aber offenbar einfach nicht passend. Vermutlich ist den Menschen mehr nach stiller Andacht zumute. Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern sind bei diesem Event versammelt, das alle Generationen zusammenbringt. Auch die rund 60 Musiker des Blasorchesters erscheinen jedes Mal fast komplett. Es ist ein wunderbarer Klang, voll und tragend, den die ambitionierten Amateurmusiker diesen einfachen Melodien geben und es ist mehr als lohnend, herzukommen und zuzuhören. Begründer dieser Tradition war Richard Felleisen, damals Dirigent des Musikvereins. Er hatte damals angeregt, für einen kurz davor tödlich verunglückten jungen Musikerkameraden einige Lieder auf dem Friedhof zum Gedenken zu spielen. Seitdem ist diese einzigartige Verbindung zwischen Musik, weihnachtlicher Erwartungsfreude und Totengedenken aus Weingarten nicht mehr wegzudenken und jedes Jahr folgen Unzählige der Tradition, um die friedliche Stimmung zu genießen und mit vielen Bekannten, die dort anzutreffen sind, ein frohes Miteinander zu erleben. Schon erklingt das Schlusslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ und der Weihnachtsabend hat begonnen.

Bericht: Marianne Lother
Bild: Symbolbild, Pixabay