Wasserrohrbruch im Kindergarten: Schnelle Lösung dank Teamwork

Das berichtet die Gemeinde in der Turmbergrundschau zum Wasserschaden im Kindergarten: 
Der 17. Oktober war ein schwarzer Tag für die Gemeinde Weingarten und vor allem für die Kinder des Kindergartens „Am Alten Friedhof“. Was war geschehen? Auf dem Fußboden in der Toilette im Erdgeschoss stand eine Pfütze. Es war das jetzt sichtbare Zeichen eines Wasserschadens riesigen Ausmaßes. Die rasch beauftragte Firma Locatec zur Leckortung stellte Feuchteschäden in den Toiletten in allen drei Stockwerken fest! Über Monate hinweg war ein Spülkasten im zweiten OG undicht gewesen und war unbemerkt ausgelaufen, bis schließlich das Wasser seinen Weg nach unten suchte. Dann kam im ersten Obergeschoss ein Rohrbruch großen Ausmaßes hinzu. Das Wasser sickerte durch die Decke ins Erdgeschoss, durchfeuchtete dort die Ziegelwand zwischen Sanitärraum und Flur. Trocknen war nicht mehr möglich. Die Wand musste erneuert werden, ebenso die Decke zwischen EG und
1. OG. Es war katastrophal.

Umzug ins AWO-Heim
Aber dann ging es schnell. In einem einzigartigen Zusammenspiel
zwischen der Gemeindeverwaltung, der evangelischen Kirchengemeinde als Träger und der Arbeiterwohlfahrt, die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, wurde eine Hauruck-Aktion gestartet und die Kinder ins AWO-Heim umquartiert. Zunächst musste dort eine Betriebserlaubnis beantragt werden. Ein paar fehlende Quadratmeter wurden durch einen Bauwagen ersetzt, der sich im Nachhinein als der Renner erwies. Alles in allem waren die Kinder selbst von der Aktion mehr begeistert als entsetzt. Die Leiterin des Kindergartens Claudia Gamer zeigte sich sehr angetan von diesem schnellen Handeln aller Beteiligten. Die Vorsitzende der AWO, Erika Hornfeck, hatte keine Sekunde gezögert, die Kinder aufzunehmen. Für die anderen Nutzer der bereits vermieteten Räume wurden Ausweichquartiere gesucht und gefunden, beispielsweise fand der Seniorennachmittag zweimal im
Turmzimmer statt, was den älteren Herrschaften aber durchaus gefiel. Die Handwerker setzten sich in Marsch Und dann wurden die Handwerker alarmiert. Trotz allgemeiner zeitlicher
Überlastung, trotz übervoller Auftragsbücher nahmen sich alle
Zeit und standen Gewehr bei Fuß: Die Firma HABU meisterte den Abbruch, die Firma Weickum die Maurerarbeiten, die Firma Mai war für Elektro zuständig. Jürgen Bauer überwachte den Brandschutz und das Ingenieurbüro Auer die Statik. Die Firma SAM baute den Trockenbau ein und die Firma Daubenberger leistete die Malerarbeiten. Die Firma Büge verlegte die Fliesen, die Firma Bogner & Braungart übernahm die Sanitärarbeiten, die Schreinerei Wendel die Holzarbeiten und die Firma B&B die Reinigungsarbeiten. Das Ortsbauamt, federführend Peggy
Kleiber, koordinierte die Arbeiten und es war ein Ineinandergreifen
von Zahnrädchen, wie man es sich besser nicht wünschen konnte. In
Rekordzeit wurde die Sanierung durchgeführt. Nach nur sechs Wochen konnten Kinder und Erzieherinnen am Montagmorgen in ihr gewohntes Domizil zurückkehren.

„Ein beispielloses Projekt“ nannte es Bürgermeister Eric Bänziger. In heutiger Zeit bei der bekannten Auslastung der Handwerker sei es alles andere als „normal“ und keinesfalls zu erwarten, dass sich alle Zeit freischaufeln konnten, um solch eine Baumaßnahme in rund sechs Wochen abzuwickeln. Dafür sei ein Dankeschön ganz wichtig. Denn das Ereignis habe alle völlig unvorbereitet getroffen. „Das Wasser war da.

Die Kinder konnten nicht mehr bleiben. Jetzt musste eine schnelle
Lösung gefunden werden.“ Dafür dankte er seiner Mitarbeiterin Peggy Kleiber ganz besonders und überreichte ihr einen Blumenstrauß. Ein zweiter Strauß ging an die Leiterin des Kindergartens, Claudia Gamer, die mit ihrem Team stark mitgezogen hatte. Ein dritter an Erika Hornfeck. Warme Worte des Dankes fand der Bürgermeister auch für die Hausmeister, die den Umzug bewerkstelligt hatten sowie die Mitarbeiter im Bauamt Oliver Leucht und Gerd Weinbrecht für Planung und Bauleitung der Maßnahme. Pfarrer Jochen Stähle dankte ebenfalls im Namen der Kirchengemeinde und betonte das unbürokratische und unkomplizierte Vorgehen.

Er dankte auch dem Team des Kindergartens für die Strapazen, denn
45 Kinder in einem Raum, das sei schon sehr anstrengend gewesen.
Elternvertreter Max Barth dankte aus der Sicht der Eltern den Handwerkern und der Verwaltung, dass kein einziger Tag Kindergarten ausgefallen sei und sich an der Betreuung auch in dieser Zeit nichts geändert hatte. Sie hätten die Sache mit Fassung getragen und die Zeit gut überstanden, berichtete Claudia Gamer, denn der Bauwagen sei die Rettung gewesen. Und dann sei ihnen ein Lied eingefallen: „Tropf tropf tropf, das Wasser tropft den Kindern auf den Kopf“. Und in diesem lustigen Rap rollten die Kinder die ganze Sache noch einmal auf und kommentierten sie auf ihre eigene Weise.

Text: Gemeinde Weingarten in der Turmbergrundschau
Bild: Symbolbild, Pixabay