Wahlsonntag – Blick hinter die Kulissen

In Weingarten sei es nie schwierig, genügend Wahlhelfer zu finden. Bevor die Freiwilligen aber loslegen konnten, war eine Schulung nötig. Ein Bericht der TBR: 

Lange warf die dreifache Wahl ihre Schatten voraus, dann gab es einen Großkampftag und jetzt ist wieder Alltag eingekehrt.
Die Turmberg-Rundschau beobachtete die Schulung der Wahlhelfer

Nach Ende des gut einstündigen Vortrags war es im Turmzimmer des Rathauses totenstill. „Jetzt sind alle erschlagen!“ lächelte Hauptamtsleiter Oliver Russel, „aber keine Bange, das ist kein Hexenwerk“. Genau 100 Wahlhelfer nahmen die verpflichtende Schulung für das Ehrenamt am Sonntag wahr. Bürgermeister Eric Bänziger freute sich, dass es in Weingarten nie problematisch sei, genügend Helfer zu finden und besonders, dass dieses Mal neben Erfahrenen auch viele junge Menschen dabei seien. Alle drei Wahlen werden noch am Sonntag ausgezählt, das Ende sei für etwa 22.30 Uhr avisiert. Dann ermunterte er, mit Ruhe und Konzentration vorzugehen. Keine Hektik, sondern geordnete Arbeit unter Leitung des Schriftführers.

Danach erläuterte Ordnungsamtsleiterin Ulrike Gaum im Detail die Abläufe im Wahllokal. Jedes Wahllokal ist mit einem achtköpfigen Team besetzt: Wahlvorsteher, Schriftführer und zwei Beisitzer pro Schicht. Um acht Uhr öffnet das Wahllokal. Zu den Aufgaben des Vormittags-Teams gehört auch die Kontrolle: Hängen Wahlwerbeplakate in unmittelbarer Umgebung? Sind die Toiletten
zugänglich? Der Wähler betritt das Wahllokal. Was ist jetzt zu tun und worauf ist zu achten? Ein Kontrollblick auf seine Wahlbenachrichtigungskarte verrät den Namen, er wird im dreispaltigen Wählverzeichnis abgehakt. Vorsicht! Wähler unter 18 Jahren dürfen nur an der Kommunal- aber nicht an der Europawahl teilnehmen. Dann bekommt der Wähler die Umschläge ausgehändigt, die Stimmzettel für die Kommunalwahl wurden ihm bereits zugesandt. Jetzt betritt er die Wahlkabine.

Jetzt macht er das berühmte Kreuzchen. Aber wo und wie viele? „Der Stimmzettel ist so zu kennzeichnen, dass der Wille des Wählers eindeutig erkennbar wird, sagt Ulrike Gaum und breitet eine Palette von Fehlermöglichkeiten aus, die den Stimmzettel ungültig machen können. Diese alle müssen die Wahlhelfer bei der Auszählung im Kopf haben, um schnell urteilen zu können. Kurz vor 18 Uhr treffen sich alle zur Auszählung. Punkt 18 Uhr schließt das Wahllokal.

Die Auszählung der Europawahl wird noch vor Ort vorgenommen, die Stimmzettel für die Gemeinderats- und Kreistagswahl werden unter Verschluss und unter Aufsicht ins Rathaus transportiert. Denn dort stehen die Computer, in die dann jede einzelne Stimme eingegeben werden wird. Die Urnen sind eingetroffen, es geht los. Die Umschläge werden geöffnet, alle darin enthaltenen Stimmzettel zusammengeheftet, dann sortiert in „gültig“, „ungültig“ oder „mit Bedenken“. Jetzt kommt der entscheidende Teil, die Eingabe in den PC. Das erklärt der IT-Experte im Rathaus, Kay Leichsenring, zunächst im Saal, dann gehen die Helfer in derselben Besetzung, in der sie am Sonntag sein werden, in die vorbereiteten Büros der Rathausmitarbeiter. Hier dürfen sie die Eingabe der Stimmen ins Programm schon mal praktisch üben.

Die Wahlergebnisse sind hier zu finden.

Bericht aus der TBR
Bild: MeinOrt 04