Vergabe Ganztagesplätze – Arbeitsstunden der Eltern ausschlaggebend

Bericht aus dem Gemeinderat: Vergabekriterien für Ganztagesplätze

In Weingarten gibt es zu wenig Ganztageskindergartenplätze (GT). Für das Kindergartenjahr 2019/2020 sind in allen Einrichtungen insgesamt noch elf GT-Plätze verfügbar, denen 23 Anmeldungen gegenüberstehen.

Bürgermeister Eric Bänziger verwies auf eine Zuzugsquote von 26 Kindern von November 2018 bis Januar 2019. Nur zwei davon kämen aus dem Baugebiet „Moorblick“, die anderen seien Zuzüge innerhalb der Bestandsflächen, was nicht vorhersehbar gewesen sei. Ein Betreuungsumfang von zehn Stunden bis 17.15 Uhr könne somit aktuell bis September 2020 nicht angeboten werden, berichtete die Sachbearbeiterin im Rathaus, Carmen Schlager, dem Gemeinderat.

Darum habe die Verwaltung Aufnahme- und Einteilungskriterien erarbeitet, die der Verwaltungsausschuss bereits befürwortet habe. Diese beinhalten eine bedarfsgerechte Verteilung. Danach sollen vor allem in Vollzeit berufstätige Eltern unterstützt werden. Dazu sollen die Eltern, wie in den umliegenden Gemeinden bereits üblich, Angaben zum Beschäftigungsverhältnis machen und eine vom Arbeitgeber unterschriebene Arbeitszeitenbescheinigung vorlegen, um zu dokumentieren, dass der Bedarf tatsächlich vorhanden ist.

Die Ganztagesplätze sollen nach einem Punktesystem vergeben werden. Die Berufstätigkeit der Eltern wird nach Wochenstundenzeit beurteilt. Wer mehr als 32 Stunden pro Woche arbeitet, bekommt fünf Punkte. Für bis zu 32 Stunden gibt es vier Punkte, bis zu 24 Stunden drei Punkte, bis zu 16 Stunden zwei und für acht Arbeitsstunden pro Woche einen Punkt. Ebenfalls fünf Punkte bekommt, wer zeitgleich ein Geschwisterkind in der
Einrichtung hat oder alleinerziehend ist. Die Regelgruppen und Plätze mit verlängerter Öffnungszeit werden nach den bestehenden Kriterien vergeben.

Andrea Friebel (CDU) befürwortete diese klare Regelung. Timo
Martin (WBB) fand die Beibringung einer Arbeitgeberbescheinigung
„unschön, aber notwendig“. Wolfgang Wehowsky stimmte dem Vorhaben zu, forderte aber „kein weiteres Eindringen in die Privatsphäre“. Der Vorschlag der Verwaltung wurde einstimmig angenommen.

Bericht: Gemeinderat Weingarten
Bild: Symbolbild, Pixabay