Typisierungsaktion für Luise und andere

Das berichtet blut e.V.:
(Hagsfeld) 
Stammzellenspender/in für Luise und andere

Blutkrebs kann jeden treffen – es geht uns alle an

Helfen Sie Leben retten und lassen Sie sich typisieren!

Ende Juli geht Luises Mutter mit ihr zum Kinderarzt, weil sie immer blasser und kraftloser wird. Nach der Überweisung in die Kinderklinik steht schnell die Diagnose fest: Luise hat Leukämie und sofort beginnt die Chemotherapie. Im Laufe der Therapie zeigt sich, dass Luise zum gesund werden auf eine Knochenmarkstransplantation angewiesen ist. Natürlich wünschen sich Luise und ihre Familie sehr, dass sie wieder zu einem unbeschwerten Leben zurückkommen.

Auch Pfarrer Siegfried Weber, der Luise vor 5 ½ Jahren getauft hat, ist sehr betroffen und versteht den Sinn nicht. Aber wenn es überhaupt einen Sinn geben kann, dann den: Dass wir alles dafür tun um Luise zu helfen.

Freunde, Bekannte, Nachbarn der Familie sowie der Liederkranz Hagsfeld setzten sich kurzerhand mit dem Verein blut.eV aus Weingarten zusammen um eine Typisierungsaktion zu organisieren. „Helft Luise! Lassen Sie sich typisieren. Denn jede neue Registrierung ist unendlich wertvoll und kann Luises und das Leben von vielen weiteren schwerkranken Menschen retten!“

Die Typisierungsaktion findet am Sonntag, 9.12.2018 in der Zeit von 11.00 – 17.00 Uhr in der großen Sporthalle, Schäferstraße 26 in 76139 Hagsfeld statt.

Die Räumlichkeiten für die Typisierung wurde von der kleinen Sporthalle des VTH auf die große Sporthalle, Schäferstraße 26, 76139 Karlsruhe verlegt. (Eingang links neben der Gaststätte)

Pfarrer Siegfried Weber hat nicht nur die Schirmherrschaft übernommen, er ruf auch mit folgenden Worten alle Kirchengemeindemitglieder dazu auf, die Aktion zu unterstützen. „Jeder Mensch ist einzigartig, wichtig und geliebt. Und gleichzeitig so verletzlich, wie wir gerade bei Luise erkennen müssen. Lassen Sie uns zusammenstehen. Miteinander und füreinander leben. Lassen Sie uns beten, dass Luise geholfen werden kann. Und das, was wir dazu tun können beitragen.

Liebe potentielle Spenderinnen und Spender!
bitte nutzen Sie diese Chance und lassen sich typisieren – Blutkrebs kann jeden treffen. „Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen“. Das wird wohl nicht erreicht werden, aber mit einer Typisierung seiner Stammzellen wäre schon einmal ein Anfang gemacht.

HINTERGRUND

WER DARF STAMMZELLSPENDER WERDEN
Gesunde junge Menschen zwischen 17 und 45 Jahren werden dazu aufgerufen, sich als freiwillige Stammzellspender registrieren zu lassen. Spender werden kann jeder Mensch, der gesund ist und an keiner chronischen Erkrankung (Herz, Lunge, Leber, Niere) leidet. Zur Aufnahme in die Spenderdatei ist neben der Entnahme einer zur Analyse der Gewebemerkmale erforderlichen kleinen Menge Blutes das schriftliche Einverständnis des Spenders erforderlich.

Wer bereits als Stammzellspender bei der DKMS oder sich bei einer anderen Aktion hat typisieren lassen, muss sich nicht nochmals registrieren lassen!

Wer aus gesundheitlichen Gründen oder aus Altersgründen als Spender nicht infrage kommt, kann mit einer Geldspende ganz wesentlich helfen, denn jede Typisierung eines neuen Stammzellspenders kostet blut.eV 40 Euro. Diese Kosten können nur aus Geldspenden bestritten werden. Weder Staat noch Krankenkassen bezuschussen die Typisierung. Spendenbescheinigungen können wir auch vor Ort erstellen.

Bitte spenden Sie an blut.eV

Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen

IBAN DE07 6605 0101 0010 1738 88

Verwendungszweck: Luise

Helfen Sie uns einen passenden Spender für Luise zu finden, und Ihrer Familie sowie vielen anderen Patienten eine Chance mehr auf Heilung zu geben!

Über blut.eV

blut.eV (Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte),

blut.eV, ist ein Verein, der sich seit 1995 aktiv für Menschen, die an Leukämie oder einer Tumorerkrankung leiden, einsetzt. Im Laufe der Vereinstätigkeit konnten über101.000 neue Stammzellspender gewonnen, und daraus seit 2001 über 720 lebensrettende Stammzelltransplantationen ermöglicht werden. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, regional bestehende onkologische Versorgungslücken zu schließen und durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit für die Krankheit Krebs ein Forum zu schaffen.

Allgemeine Informationen:

Was passiert bei einer Typisierung?

Bei den meisten Typisierungsaktionen ist ein Team von ausgebildeten Blutabnehmern anwesend. Sie nehmen jedem, der sich registrieren lassen möchte 4,9 ml Blut ab, welches dann zur Analyse der Gewebemerkmale ins Labor geschickt wird. Proben zur Bestimmung der Gewebemerkmale können auch mit Mundschleimhauttupfern genommen werden. Allerdings sind bei dieser Methode häufiger Proben unbrauchbar. Außerdem wird aus dem Blut ein zusätzlicher Wert ermittelt, der für die Spenderauswahl sehr wichtig ist. Dies ist der sogenannte CMV-Status des Spenders. Daher ist die Blutabnahme immer die bessere Wahl.

Was bedeutet CMV-Status?
Das Cytomegalievirus ist ein für den gesunden Menschen meist harmloser Virus. Die Infektion erfolgt durch Tröpfchen irgendwann im Laufes des Lebens und das Immunsystem bildet Antikörper gegen das Virus. Mit zunehmenden Alter steigt der Anteil an Menschen, die diese Infektion durchgemacht haben, meist ohne es überhaupt zu merken.

Für stark immunsupprimierte Menschen wie unsere Empfänger, kann dieses Virus jedoch eine tödliche Komplikation darstellen.

Wieso gibt es eigentlich die Altersgrenze als Stammzellspender?
Die Festlegung des Höchstalters von 45 Jahren für die Neuaufnahme in die Datei begründet sich auf eine Studie der Medizinischen Klinik Nürnberg, welche klar gezeigt hat, dass die Qualität gespendeter Stammzellen vom Alter des Spenders abhängt. Je älter der Spender und damit auch seine Stammzellen sind, desto geringer sind die Überlebenschancen des Patienten. Aus diesem Grund werden nur noch sehr selten ältere Spender von den Transplantationszentren angefordert. Deshalb versucht man immer, wenn die Möglichkeit besteht, möglichst junge Spender zu akquirieren, da dies auch den Erfolg der Transplantation positiv beeinflussen kann.

Eine Stammzell- oder Knochenmarkspende hat nichts mit dem Rückenmark zu tun! Eine Stammzellspende findet immer mit persönlicher Betreuung und einer umfassenden Aufklärung und Beratung durch die Ärzte statt.

Was passiert, wenn ich als Spender passe?
Es gibt zwei Arten der Blutstammzellspende

DIE PERIPHERE BLUTSTAMMZELLSPENDE:

Um die Blutstammzellen im Körper zu stimulieren, erhält der Spender einen Wirkstoff namens G-CSF. Dies ist ein Botenstoff, den der Körper bei Infektionen selbst ausschüttet, um eine verstärkte Zellneubildung anzuregen. Im Rahmen dieser vier Tage dauernden Stimulierung tritt auch ein Teil der blutbildenden Stammzellen für kurze Zeit in das Blut über. Der Spender wird am 5. Tag der Mobilisierung an einen Zellseparator (eine Zentrifuge, die das Blut in seine Bestandteile trennen kann) angeschlossen. So werden die Stammzellen aus dem peripheren Blut des Spenders abgesammelt. Dieser Vorgang dauert 4 bis 5 Stunden und wird ambulant durchgeführt. Nebenwirkungen während der Vorbereitungszeit sind grippeähnliche Symptome wie Knochen-, Glieder und Muskelschmerzen, eventuell Kopfschmerzen und Übelkeit. Diese Beschwerden gut gelindert werden und verschwinden sofort nach der Entnahme der Zellen.

DIE KNOCHENMARKSPENDE:

Die Entnahme der Blutstammzellen aus dem Beckenkamm dauert ca. 1 Stunde und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Spender wird am darauffolgenden Tag wieder aus der Klinik entlassen. Eine medikamentöse Vorbereitung ist hier nicht nötig. Nebenwirkungen sind ein geringer Blutverlust und muskelkaterartige Beschwerden im oberen Bereich der Gesäß-muskulatur. Schweres Heben sollte nach der Entnahme für ca. 14 Tage vermieden werden.

Beide Spendearten werden jährlich hundertfach durchgeführt.Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Die Blutstammzellen befinden sich im Knochenmark. Das Rückenmark im Wirbelkanal hat damit nichts zu tun!

Text: blut e.V.
Bild: blut e.V.