Traumberuf: Fischwirt 🐟

MeineNachbarschaft // Fischwirt aus Leidenschaft – Dominik zĂŒchtet Fische in Bruchsal

Morgens, 4 Uhr – die Welt ist noch dunkel und die meisten schlafen noch. Dominik Wozasek steht schon in seiner KĂŒche und filetiert, nimmt Fische aus, bereitet seine Zuchtanlage auf den Tag vor. Die Forellenzucht liegt am Ortsausgang von Bruchsal in Richtung Untergrombach. Seit 2019 zĂŒchtet Dominik hier gemeinsam mit seiner Familie Regenbogenforellen, Lachsforellen und Saiblinge.

Fischzucht ist hier Familiensache
“Ich wusste schon immer, dass ich Fischwirt werden möchte”, erklĂ€rt Dominik. “Der Beruf wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Vater ist Fischwirt und auch mein Bruder ist bei uns im Betrieb aktiv. Mittlerweile ist auch meine Freundin in Vollzeit an Bord.”
Das Besondere: “Unsere Fische zĂŒchten wir in echtem Quellwasser. Die Quelle entspringt in den HĂŒgel in Richtung Bundesstraße und wird unterirdisch in unsere Naturteiche geleitet”, so Dominik. Das Ergebnis: Frisches, nĂ€hrstoffreiches Wasser und eine akustische Idylle – es plĂ€tschert hier 24 Stunden im Hintergrund.

Die Forellen, Karpfen & Co., die Dominik und sein Team aktuell versorgen, sind zum großen Teil bald verkaufsreif. Als Filet, Tatar, Pastete, gerĂ€uchert, im Ganzen oder als Fischwurst wird der Fisch angeboten.

Neue Fischeier kommen erst wieder in ein paar Wochen. Diese kommen dann zuerst in ein kleines Becken im Keller, danach in Rundbecken aus Kunststoff. Erst dann kommen die Fische in die Zuchtbecken. 14 – 15 Monate bleibt beispielsweise eine Forelle in der Zucht, bis sie groß genug ist zur Schlachtung und zum Verkauf.

Der grĂ¶ĂŸte Feind der Zucht: Fischreiher. Die kommen gerne im Team und sehen die Zucht als kostenloses All-you-can-eat-Buffet. “Wenn ein Fischreiher mal einen Fisch rauspicken und essen wĂŒrde, wĂ€re das kein großes Drama. Das Schlimme ist, es werden 4 oder 5 aus dem Wasser geholt und wenn es hoch kommt, einer gefressen. Das ist dann schon Ă€rgerlich, wenn man die angepickten Fische hier in der Wiese findet”, berichtet Fischwirt Dominik. Abhilfe schafft seit kurzem eine UmzĂ€unung. Die hĂ€lt die Reiher grĂ¶ĂŸtenteils fern.

Große Ziele
2019 hat Dominik die bestehende FischzĂŒchterei in Bruchsal ĂŒbernommen. Und wie kommen seine Produkte an? “Den tatsĂ€chlichen Bedarf können wir gar nicht decken”, sagt er. Rund 8 Tonnen Fisch können jĂ€hrlich produziert werden. Die eigentliche Nachfrage ist deutlich grĂ¶ĂŸer – deshalb wird bei Bedarf zugekauft.
Die Menschen leben immer bewusster, interessieren sich fĂŒr die Herkunft ihrer Produkte und die QualitĂ€t. “Das freut mich natĂŒrlich.”

Die Anlage befindet sich aktuell im Umbau. In Zukunft kann Dominik hier also noch mehr Fische zĂŒchten. “Ich lege sehr großen Wert auf naturnahe und artgerechte Aufzucht. Mein Ziel ist es, mit der Erweiterung des GelĂ€ndes, einer der grĂ¶ĂŸten und schönsten Betriebe in Baden-WĂŒrttemberg mit Bio-QualitĂ€t zu werden”, sagt Dominik.

Und damit diese TrĂ€ume in ErfĂŒllung gehen, steht er auch gerne tĂ€glich um 4 Uhr im Betrieb.

PS: Dominik und seine “Quellfisch”-Produkte aus Bruchsal findet Ihr jeden Freitag von 8 bis 13 Uhr auf dem Weingartner Wochenmarkt am Kirchplatz.

Beitrag: MeinOrt