Stieleichen als Geburtsbäume

Eine riesig lange Menschenschlange schob sich am Samstagnachmittag auf dem Spazierweg parallel zur Bundesstraße Richtung Weingartner Moor.

 

 

 

 

 

Denn dort, im Gewann „Richtäcker“ befindet sich der neueste Platz, auf dem Geburtenbäume gepflanzt werden sollen. „Die Fläche ist klein“, erklärte Förster Michael Schmitt, „insgesamt nur 1.800 Quadratmeter“. Aber er könne die Fläche nicht selbst bestimmen, nur vorschlagen und dann müsse das Landwirtschaftsamt, die Naturschutzbehörde und das Forstamt seine Einwilligung geben. Außerdem sei ein Abstand von acht Meter Breite zur landwirtschaftlichen Fläche einzuhalten und von vier Metern zum Weg. Hier werde als Übergang zum entstehenden Waldtrauf noch Büsche gepflanzt, die eine Hecke bilden sollen.
107 Kinder waren in 2018 in Weingarten zur Welt gekommen, 67 Eltern hatten sich zur Baumpflanzung angemeldet. Die zu pflanzenden Bäume waren wiederum Stieleichen. Bürgermeister Eric Bänziger berichtete, seit Beginn der Pflanzaktion im Jahr 1980 bis heute werde heute der 2.401ste Baum gesetzt. Begonnen habe die Gemeinde damals mit Eichen und Kastanien, gefolgt von Wildkirschbäumen in der Kirschbaumallee. Einige Jahre seien auch Obstbäume gepflanzt worden, aber aufgrund der aufwändigen Pflege sei man schon seit längerer Zeit zu Waldbäumen zurückgekehrt. Auf Schwarzerlen im Gewann Bruch folgten Stieleichen. Jetzt wurde der Standort gewechselt, aber auch in diesem Jahr sind es wiederum Stieleichen. Nur: jeder zehnte Baum ist eine Hainbuche. Neu war in diesem Jahr, dass die Stieleichen nicht wurzelnackt angeliefert wurden, sondern als Containerware im Topf. „Ist zwar ein bisschen teurer“ sagte Förster Schmitt, „aber dafür wachsen sie besser an. Das ist an diesem trockenen Standort wichtig“. Bürgermeister Bänziger hielt die Liste in der Hand. Jedes Kind rief er namentlich auf, beginnend mit dem Ältesten, geboren Anfang Januar 2018. Er beglückwünschte die Eltern und überreichte ihnen ein Schildchen mit den Daten ihres Kindes, das nach der Pflanzung am Baum angebracht wurde. Die Pflanzlöcher waren schon vorbereitet, die jungen Eltern brauchten nur noch die Bäumchen in die Löcher zu stecken und zuzuschaufeln. Dann kam ein Mitarbeiter mit dem Akkuschrauben vorbei und schon war die Sache erledigt. Selbst ein Gläschen Sekt und ein Erfrischungsgetränk standen bereit und machten aus der Pflanzveranstaltung ein rundes kleines Event.

 

 

 

 

 

Quelle: TBR / Gemeinde Weingarten

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