Steg im Moor fertiggestellt

Vielleicht nutzt der ein oder andere den Steg ja bereits heute am 1. Mai zum Wandern. Das berichtet die Gemeinde Weingarten: „Es hat etwas länger gedauert als geplant“, erklärt Förster Michael Schmitt, und begründet das mit den unerwartet langen Lieferzeiten der Eichenbohlen. Der in der Mitte der 80er Jahre als Nachfolger eines Knüppelstegs aus Bahnschwellen gebaute Brettersteg war marode geworden und musste erneuert werden. Dasselbe galt für die Aussichtsplattform. Hier wurde eine der beiden Treppen erneuert und Schäden an der Beobachtungshütte ausgebessert. Der Steg selbst wurde auf kompletter Länge ersetzt. „Etwa zwei Drittel der Pfosten aus haltbarer Robinie waren durch das Moorwasser konserviert und konnten wiederverwendet werden“, sagte Schmitt. Die ausführende Firma, Holz- und Metallbau Häcker aus Weingarten, hat die vorhandenen Pfosten mittels eines großen Hebels herausgenommen und von Hand die neuen Pfosten in dieselben Löcher wieder hineingedreht. In Abständen von zwei bis zweieinhalb Metern sitzt ein Pfosten, seitlich durch zwei kräftige kurze Kanthölzer verstärkt, an denen die Eichenbohlen verschraubt sind. Das neue Holz und die solide Verarbeitung vermitteln ein völlig neues Gehgefühl. Nichts schwankt mehr oder knarrt, fest und zuverlässig schlängelt sich der Bohlenpfad ins Grüne. Noch ist das Holz hell, aber es werde nicht lange dauern, bis es durch Witterung wieder eine gräuliche Farbe angenommen habe, meint Schmitt. Dann ist auch die romantische Atmosphäre wiederhergestellt. Die Kosten kommen auf insgesamt 30.000 Euro, die Maßnahme falle aber unter „Besucherlenkung im Naturschutzgebiet“ und werde darum vom Regierungspräsidium zu 100 Prozent gefördert. Eigentlich sollte das Werk bereits Ende 2018 fertig sein, aber Orkan Eberhard habe noch einige Bäume geworfen, die glücklicherweise noch den alten Steg getroffen hätten.

Bericht und Bild: Gemeinde Weingarten