So waren die Feierlichkeiten: 70 Jahre AWO und Fest der Generationen

Ein Bericht der Gemeinde Weingarten aus der TBR:


Der Weingartner Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt wurde 1949 gegründet und hatte seinen 70. Geburtstag wohlweislich in sein buntes „Fest der Generationen“ integriert, das bereits eine siebenjährige Tradition hat.

Geburtstagsfeier zugleich „Fest der Generationen“
„Wir wollen bei den Menschen sein“ begründete der Vorsitzende des Kreisverbands Roland Herberger, diese Entscheidung. Denn ein Grundsatz der AWO laute: „Im Mittelpunkt unseres Wirkens steht der Mensch“. Das Fest begann mit einem Sektempfang für alle. Die neu gewählten Weinhoheiten hatten hier ihren ersten Einsatz. Zum Mittagessen gab es die bewährten und köstlichen AWO-Schnitzel und ein reichhaltiges Kuchenbüffet am Nachmittag gehörte ebenfalls dazu.

Ansprache Roland Herberger
Da nicht nur der Ortsverein ein Jubiläum feiert, sondern die Bundesorganisation das 100. Jubiläum, nahm Herberger das zum Anlass, auf die Entstehungsgeschichte der Arbeiterwohlfahrt zurückzublicken. Er schilderte die Situation nach dem Ersten Weltkrieg, die 1919 aus Hunger, Not und Elend zur Gründung der Arbeiterwohlfahrt durch soziale und verantwortungsbewusste Politiker der SPD geführt hatte und erläuterte ihre Funktion als „Selbsthilfe der Arbeiterschaft“. Anstatt diskriminierender „Armenpflege“ entstand im Auftrag Friedrich Eberts und gegründet von Marie Juchacz eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige Hilfsorganisation, die sich den Grundwerten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit verpflichtet fühlt. Bis 1933 war Juchacz die erste Vorsitzende und eine der ersten Frauen in der Nationalversammlung überhaupt. In einer Text- Ausstellung im Foyer des Vereinsheims wurden diese ausführlich dargestellt.

1949 Gründung des Ortsvereins Weingarten
Im Dritten Reich zerschlagen, wurde der Bundesverband 1946 wiedergegründet, zahlreiche Ortsvereinsgründungen folgten, darunter auch Weingarten. Wie sich die AWO Weingarten im Lauf der Jahre entwickelte, was sie leistete und wie sie heute dasteht, berichtete der  stellvertretende Vorsitzende Uwe Presler, nachdem die Vorsitzende Erika Hornfeck zahlreiche Gäste begrüßt hatte. Nahrungsmangel, Wohnungsnot und einquartierte Flüchtlinge habe es damals schon gegeben, begann er. Zur Linderung des Hungers habe die AWO Carepakete verteilt und zu Weihnachten eine Tafel Schokolade und ein Päckchen Zigarren, bezahlt aus Spenden der ortsansässigen Firmen. 1950 startete die erste Ortsranderholung für Kinder. Die Kinder sollten sich tatsächlich erholen, zu Kräften kommen und an Gewicht zunehmen.

Wandel der Aufgaben im Spiegel der Zeit
Heute habe sich der Zweck in hochwertige Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern und Alleinerziehenden in den Sommerferien gewandelt. Weitere Aufgabenfelder seien die Seniorennachmittage und das Betreute Wohnen. Diese Tätigkeiten griff auch Bürgermeister Eric Bänziger in seiner Ansprache auf und nannte die AWO „einen nicht mehr wegzudenkenden Baustein im Gemeindeleben“. Bei der Ortsranderholung werden 100 Kinder bestens versorgt und es seien die vielen Helfer, die diesen Ortsverein am Laufen halten. Er freue sich, dass die junge Generation mit im Boot sei und sehe die steigende Mitgliederzahl als Symbol, dass es weiter gehe. Den beiden Vorsitzenden gegenüber versprach er, für kleinere Probleme weiterhin auf dem kurzen Dienstweg Lösungen zu finden.

Umzug an den jetzigen Standort
1984 konnte die AWO für ein Darlehen von 200.000 Deutsche Mark eine ausgediente Schulbaracke in Blankenloch erwerben und an den jetzigen Standort umziehen, fuhr Presler fort. Bereits vier Jahre später war das Darlehen zurückgezahlt und das Vereinsheim schuldenfrei. 2011 übernahm Erika Hornfeck den Vorsitz von Johanna Friedrich, damals zählte der Verein rund 100 Mitglieder, heute 334, berichtete Presler. Den größten Anteil der neuen Mitglieder stellten junge Familien. Diese Zahlen sprächen für die gute Arbeit des Ortsvereins. Der Nachmittag spiegelte seine und des Bürgermeisters Worte wider vom unverzichtbaren Element in der Gemeinde in einem bunten Fest mit Musik, Kinderspiel und Luftballons.

Bericht: Marianne Lother, TBR
Bild: Gemeinde Weingarten