Sieg verspielt und Punktgewinn: Nachberichte der SG Stutensee/Weingarten

Durch zu viele Fehler in Wiesloch Sieg verspielt

Es bewahrheitet sich in sportlichen Wettbewerben immer wieder aufs Neue, dass Vergleiche für besser platzierte Teams, mit denen die weiter hinten angesiedelt sind, schwierig zu gestalten sind. Trainer Steffen Bechtler hat seine Jungs von der SG Stutensee-Weingarten vor der Partie beim Tabellenvorletzten, TSG Wiesloch, intensiv auf die Situation vorbereitet. In der ersten Halbzeit schien die Einstellung auch zu stimmen, denn die Gäste führten phasenweise mit drei Toren. In der Schlussphase deutete sich jedoch schon an, dass die Hausherren die Punkte mit Sicherheit nicht herschenken wollten. Bis zur Pause hatte die Truppe von Trainer Patrick Körner den Anschluss beim 13:14 erzielt.

Nach dem Wechsel änderte sich das Geschehen grundlegend, denn die Bechtler Sieben bot ein ganz anderes Gesicht. Die Mannschaft um Spielmacher Marvin Morlock gab das Heft des Handelns vollkommen aus der Hand und verließ nach sechzig Minuten die Sporthalle in Wiesloch mit 31:26 als Verlierer.

Wie kam es aber dazu, dass die SGSW, die in den letzten vier Begegnungen absolut überzeugen konnte, die Kontrolle über das Geschehen noch so verlor? Trainer Bechtler erklärte nach dem Schlusspfiff, dass er in der Pause seine Jungs noch einmal eindringlich davor gewarnt hat, die Partie schon als gewonnen zu betrachten und hat unbedingten Siegeswillen von ihnen gefordert. Die Kurpfälzer verstärkten mit dem Wiederanpfiff ihre Deckungsarbeit und interpretierten die 3:2:1 Formation noch offensiver als in der ersten Hälfte. In den sich daraus ergebenden Zweikämpfen gingen die Blauhemden noch aggressiver zu Werke und störten damit gewaltig das Angriffsverhalten der Gäste. In der Anfangsphase zum zweiten Durchgang verteidigten die Gäste ihre Führung bis zur 38. Minute, dann ging die TSG in Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr aus der Hand. Der Rückraum der SGSW machte in diesem Abschnitt den Fehler, dass sich meistens nur der bewegte, der in Ballbesitz war. Dadurch produzierten die Bechtler Schützlinge immer wieder Fehlpässe oder technische Fehler und machten sich das Angriffsspiel selbst schwerer. Die Körner Truppe nutzte die Fehler der Gäste eiskalt zu schnellen Gegenstößen und bauten die Führung mit einem 4:0 Lauf auf fünf Tore aus. Das 25:20 markierte Nico Maier mit einem Tempogegenstoß nach einem katastrophalen Querpass im Rückraum der SGSW. Steffen Bechtler haderte mit seinen Jungs wegen dieser Startphase zu Halbzeit zwei: „Wir kommen aus der Kabine und kassieren in den ersten zehn Minuten neun Gegentore. Wir haben in der Abwehr fast jede 1:1 Aktion verloren, hatten keine Körpersprache und unser Gegner hatte Lunte gerochen. Sie hatten das Feuer und wir konnten das nicht abrufen, das wir wirklich können. Wenn du mit dem Kopf nicht bei der Sache bist gewinnst du in der Badenliga kein Spiel.“

Im letzten Abschnitt keimte bei den mitgereisten Anhängern der Spielgemeinschaft noch einmal Hoffnung auf als Morlock von der Siebenmeterlinie traf, einen Gegenstoß erfolgreich beendete und Kai Rudolf auf 27:24 verkürzen konnte. Aber das Feuer war schnell wieder erloschen, denn die nächsten Fehler brachte die Heimmannschaft erneut in Vorteil. Jeder Akteur der Bechtler Sieben meinte zu diesem Zeitpunkt Verantwortung übernehmen zu müssen, um die Partie noch umbiegen zu können, scheiterte aber mit einer falschen Lösung. Nach sechzig Minuten feierten die Kurpfälzer ihren zweiten Heimsieg in Folge und an diesem Abend auch verdient. Trainer Bechtler fügte nach Spielende noch hinzu: „Mit zunehmender Spieldauer ist das Selbstvertrauen bei meinen Jungs immer mehr gesunken und der Gegner hat klar Oberwasser bekommen. Wiesloch hat jeden Fehler von uns eindeutig bestraft. Während der Partie noch einmal den Schalter umzulegen fällt jedem Team sehr, sehr schwer. Man muss schon hoch fokussiert in die Begegnung gehen und mit hoher Konzentration arbeiten, wenn man erfolgreich sein will.“

Trainer und Mannschaft bleibt nicht viel Zeit diese Niederlage zu verarbeiten, denn am Sonntag, 09. Dezember steht um 18:00 Uhr in der Walzbachhalle Weingarten der nächste Kracher ins Haus. Die SGSW empfängt im Spitzenspiel der Badenliga den HC Neuenbürg, der auch in dieser Runde zu den Topmannschaften der Badenliga zählt. Mit 18:4 Punkten liegen die Schwarzwälder auf dem dritten Rang, haben allerdings zwei Partien weniger ausgetragen als Spitzenreiter Birkenau, der 19:5 Zähler aufweist. Die SGSW freut sich auf eine volle Halle und eine spannende Auseinandersetzung.

Für die TSG spielten:  David Böhler, Sebastian Sauter  –  Jonas Ruß (5), Nico Maier (6), Tim Olbrich (2/2), Luca Baus, Jonas Dutzi (2), Florian Sauter, Benny Maier (2), Kevin Körner (7), Simon van de Locht (4/1), Sebastian Hecker (2), Heiko Neff (1)

Für die SGSW spielten, Pascal Duck, Sascha Helfenbein  –  Kai Rudolf (3), Max Waltert, Vedran Dozic (1), Max Weickum (2), Justus Bieberstein (2), Simon Maier, Jan Lasse von den Heuvel, Nils Pollmer (1), Marvin Morlock (9/5), Marvin Kikillus (1), Slavko Luka Jurisic (2), Melix Mügendt (5)

Und so spielten die Damen:

Glücklicher Punktgewinn im Derby gegen Eggenstein

Die Damen der SG Stutensee-Weingarten haben im Moment einen schweren Stand in der Verbandsliga. Trainer Werner Weichselmann ist in der misslichen Lage, dass ein Großteil seiner Mannschaft oft nicht am Training teilnehmen kann, da sie studienbedingt nicht anwesend sind. Man merkt dem Team in den Spielen dann deutlich an, dass die gemeinsamen Abstimmungen aus dem Training fehlen. Der Coach ist daher froh, wenn seine Schützlinge in Partien wie gegen das Tabellenschlusslicht letztendlich noch ein Unentschieden retten. Über das 26:26 im Derby zwischen der TGE und der SGSW waren aber beide Seiten glücklich.

Der Tabellendritte aus Stutensse-Weingarten kam besser in die Begegnung rein, musste aber sehr schnell die Führung abgeben. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnten die Zuschauer keinen spielerischen Unterschied erkennen, denn die Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Die Schützlinge von Trainer Weichselmann leisteten sich in der Deckung zu viele Fehler. So kamen die Gastgeberinnen häufig über beide Außenpositionen zu erfolgreichen Torwürfen. Erst in der Schlussphase von Hälfte eins gelang es Spielmacherin Kim Laura Fetzner ihre Mädels zu einer 11:14 Führung zu führen.

Nach dem Wechsel erwischte das Team aus der Hardt den besseren Start. Innerhalb von fünf Minuten glichen die Schützlinge von Trainer Michael Richter zum 14:14 aus und waren wieder drin in der Partie. Den Gästen gelang es zunächst immer wieder einen Treffer vorzulegen, waren aber in der Abwehr nicht aufmerksam genug, um sich weiter abzusetzen. Mitte des zweiten Durchganges baute die Spielgemeinschaft den Vorsprung abermals auf zwei Tore aus, schenkten diesen Vorteil aber sofort wieder her. Mit dem Gleichstand von 22:22 gingen die beiden Teams in die Schlussphase. Die Gastgeberinnen wollten unbedingt den zweiten Sieg und kämpften verbissen um jeden Ball. In diesem Abschnitt schaffte es die TG vor allem durch ihre wurfstarke Larissa Häfner die Führung zu übernehmen. Auf Seiten der Gäste waren es die Rückraumspielerinnen Ann-Kathrin Kurz, Julia Telatinski und Spielmacherin Fetzner die ihre Farben in der Begegnung hielten. Anderthalb Minuten vor dem Ende sorgte Lea Köhler mit ihrem Treffer zum 26:25 für großen Jubel auf den Rängen. Dieser Treffer hätte die Krönung für die TG Eggenstein werden können, denn auf beiden Seiten wurden weitere Chancen vereitelt. Die Weichselmann Sieben kam zwölf Sekunden vor dem Schlusspfiff noch einmal in Ballbesitz und arbeitete ihren Angriff schnell nach vorne. Durch eine unglückliche Abwehraktion einer Eggensteiner Spielerin erhielten die Gäste noch einen Siebenmeter zugesprochen. Emilia Baumann behielt die Nerven und verwertete die Chance nach dem Schlusspfiff noch zum Gleichstand von 26:26.

Trainer Weichselmann sprach deshalb auch von einem glücklichen Punktgewinn und zog dann Bilanz: „Wir haben in vielen Phasen des Spieles die Führung übernommen und uns auch auf zwei oder drei Tore abgesetzt, haben es aber versäumt, die Führung weiter zu entwickeln. Leider haben die Führungen unserer Mannschaft keine Sicherheit gegeben, sodass die Gegnerinnen immer wieder aufholen konnten. Heute hat in der Abwehr einiges nicht gestimmt. Die Eggensteinerinnen kamen vor allem über die Außen oft zum Erfolg. Im Angriff haben wir zu hektisch agiert und im Abspiel nicht sauber genug gearbeitet. In den letzten Spielen haben wir gemerkt, dass unsere Abläufe nicht gefestigt sind und die Mannschaft einfach mehr Training mit dem gesamten Kader benötigt.“

Am nächsten Samstag, 08. Dezember empfangen die Damen der SGSW im nächsten Derby die Turnerschaft Mühlburg um 17,30 Uhr in der Sporthalle Blankenloch.

Für die TGE spielten: Marina Üzum, Anna Nöltner  –  Alena Wohlwend, Benita Nusche (4), Kim Kraus (3), Lea Kökler (2), Gloria Göltz, Hannah Jäger, Samira Spancken (2), Lara Weidlandt (3), Louisa Stober, Lilly Bohr, Larissa Häfner (12/6), Alina Schultheiß

Für die SGSW spielten: Michelle Wehrum, Maja Pfannendörfer  –  Emilia Baumann (2/1), Kim Laura Fetzner (7), Julia Telatinski (4), Selina Gerber, Lea Burkard, Lena Hofmann, Laura Friedrich (2), Maike Fetzner (5/1), Ann-Kathrin Kurz (2), Selina Haak (4)

Bericht: SG Stutensee/Weingarten
Bild: Symbolbold Pixabay