Schüler der Turmbergschule präsentieren Klimakantate

Das berichtet die Turmbergrundschau:

Klimakantate: Aufführung der Turmbergschule

Die Dritt- und Viertklässler des Grundschulchores haben die Klimakantate gesungen

„Der Klimawandel geht alle an. Aber um das Problembewusstsein der Menschen zu wecken, genügt es nicht, ihren Verstand zu erreichen, sondern auch ihr Herz.“ Mit diesen Worten beschreibt die „Klimaglocken-Initiative“ Berlin den Ausgangspunkt ihres diesjährigen Projekts „Klimakantate für Grundschulen“.

Was ist die „Klima-Kantate“?
Sie greift dazu auf ein Werk des Berliner Komponisten Klaus Wüsthoff zurück: Die „Klimaglockenkantate“. Denn Glocken läuten in bewegenden Momenten, sind aber auch weithin zu hören und erreichen viele. Wüsthoff ging einen Schritt weiter und komponierte rund um das Motiv des Turmglockenspiels, das bereits bei den Klimakonferenzen 2017 und 2018 in vielen Städten zu hören war, das sinfonische Orchesterwerk „Die Regentrude“, das in 2018 vom Brandenburgischen Staatsorchester uraufgeführt wurde. „Die Regentrude“ ist ein bedeutendes Werk der deutschen Literatur, geschrieben im Jahr 1863 von Theodor Storm, und kann heute als warnende Parabel angesehen werden. Für das Jahr 2019 hat die „Initiative Klimaglocken“ einen Wettbewerb für Grundschulen ausgeschriebe, der bis ins Jahr 2020 verlängert wurde. Gefördert werden sollen Kreativität, Spaß und Gesang im Sinne einer Aktionsform für Klimaschutz. Grundschulkinder sollten das Märchen der Regentrude musikalisch darstellen. Ein Video der Aufführung wird an den „Verein zur Förderung der Kompositionskunst“ in Berlin gesendet und von einer Jury bewertet. Birgit König, Musiklehrerin an der Weingartner Turmbergschule, griff die Idee auf und setzte sie mit Dritt- und Viertklässlern des von ihr geleiteten Grundschulchores um, um damit am Wettbewerb teilzunehmen. „Kinder kennen die Problematik des Klimawandels schon ganz gut“, sagte die Lehrerin. „Sie schauen manchmal mit den Eltern ein wenig Tagesschau und bekommen mehr mit als man denkt“. Sie habe den Kindern im Unterricht das Thema vorgestellt und viel Zustimmung erfahren.

Ein Singspiel entsteht
Dann ging es an die Arbeit. Die Kinder waren begeistert bei der Sache und Carola Gröbel hat fantastische Kostüme dazu geschneidert.Am Beginn stand die Auseinandersetzung mit Storms Märchen. Die Regentrude lässt es regnen, aber weil die Menschen immer nur „schönes Wetter“ wollen, ist sie vor Langeweile eingeschlafen. Das ist die Chance für den bösen Feuermann, der zündeln will und alles verdorren und verbrennen lässt. Der Feuermann ist das Symbol für die Umweltverschmutzung. Es gibt nur eins: die Regentrude muss geweckt werden. Was können die Kinder tun? An dieser Stelle greift Birgit König aktuelles Tagesgeschehen auf. Über facebook und andere soziale Medien geht die Nachricht herum, dass die Regentrude gesucht wird und die Friday-for-future-Bewegung demonstriert für den Klimaschutz. Die Klimakantate wurde am Freitag, den 31. Januar und am Samstag, den 1. Februar im evangelischen Gemeindehaus in Weingarten aufgeführt. Zuvor hatten die anderen Klassen der Turmbergschule die Aufführung erlebt, so dass sich der Aufwand wirklich gelohnt hat.

Sechs gelungene Aufführungen
Jede Woche hitzefrei. So oft Schwimmbad, dass es schon langweilig wird. So wirkt sich der Klimawandel aus Sicht der Kinder aus. Aber nicht nur. Sie sehen auch das Korn auf den Feldern vertrocknen. Da ertönen die Klimaglocken. Denn Glocken haben schon immer die Menschen vor schlimmen Ereignissen gewarnt. Die jungen Sängerinnen und Sängern zeigten den Erwachsenen, wie sie ihre eigene Zukunft sehen und die Lehrerin wusste auf die Frage, wie sie die Zukunft der Kinder sieht, nicht wirklich eine Antwort. Es muss sich etwas ändern. „Klimawandel – jetzt ist es Zeit. Ihr sollt helfen, es ist soweit.“ Das Lied der Klimaglocken, Kernstück der Kantate, ruft zum Handeln, Kirchenglocken läuten Alarm. In gemeinsamer Aktion gelingt die Rettung der Erde. Schulleiterin Karin Sebold lobte den engagierten Einsatz der Lehrerin, weit über den Unterricht hinaus habe sie den Kindern ein Problembewusstsein vermittelt. Sie dankte auch den Kindern für ihren tollen Einsatz und wünschte viel Glück im Wettbewerb.

Bericht: Marianne Lother, Turmbergrundschau