PRESSEMITTEILUNG DER WEINGARTENER BÜRGERBEWEGUNG ZUM THEMA WINDKRAFTANLAGEN

Kaum Infos zum anstehenden Windkraftbeschluss

Einer aktuellen, stichprobenartigen Umfrage zu Folge fühlen sich mehr als zwei Drittel der befragten Weingartener Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend über das Für und Wider von Windkraftanlagen informiert. Das Forschungsinstitut Würtenberger (FIW) aus Mannheim hatte am Freitag, 26. April und am Samstag, 27. April 100 zufällig ausgewählte Haushalte der Kommune per Telefon-Interview befragt.
Am Montagabend will der Weingartener Gemeinderat mit einem Beschluss (Punkt 5 der Tagesordnung) zum „Teil-Flächennutzungsplan Windenergie“, der den Bau von sechs der rund 200 Meter hohen Windräder auf der örtlichen Gemarkung ermöglichen soll, die nächsten Weichen für die Zukunft stellen. Zum Vergleich: die Kirchtürme in Weingarten sind zwischen 40 und 50 Metern hoch. Nur 21 % der Befragten wussten von der geplanten Entscheidung. Dabei ist das Interesse an dem Thema offenbar äußerst groß: „Die Bereitschaft zur Teilnahme der interviewten Personen über 18 Jahre und ihr Interesse am Thema war dabei überwältigend. Insgesamt wurden 103 Telefonate geführt, wobei nur drei Personen keine Angaben machten“, so das Forschungsinstitut FIW in seiner Ergebnis-Darstellung.
Auf die Frage, ob der oder die Befragte für oder gegen den Bau der Windräder wäre, antworteten 9 % mit Nein, 29 % mit Ja, 30 % würden eine Verschiebung der Entscheidung befürworten, um Zeit für Informationsmaßnahmen zu gewinnen. 32 % wussten nicht, für was sie sich entscheiden sollten. Fast zwei Drittel der Befragten sind bei diesem Thema also noch unentschlossen! Für die aktuelle Planung und den Teil-Flächennutzungsplan ist der Nachbarschaftsverband, in dem die Stadt Karlsruhe 51 % der Stimmen und Weingarten immerhin zwei Sitze hat, zuständig. Der Planung des Verbandes zu Folge sollen die sechs Windkraftanlagen künftig auf den Hügeln in der Nähe des Mauertals gebaut werden können – falls ein Investor Interesse daran findet.

Timo Martin, Fraktionsvorsitzender und Kreisrat der Weingartner Bürgerbewegung, WBB: „Der aktuellen Rechtslage zu Folge ist es notwendig, dass der Nachbarschaftsverband eine Mindestfläche (substanziellen Raum) für Vorrang-Gebiete für Windkraftanlagen ausweist. Dies ist grundsätzlich sinnvoll, um in der übrigen Landschaft Windkraftanlagen ausschließen zu können. Allerdings trägt unter den Mitglieds-Kommunen des Nachbarschaftsverbandes unser Weingarten mit Abstand die Hauptlast. Wie und warum die aktuelle Planungslage zustande kam und ob daran noch etwas zu ändern ist wurde von den Zuständigen bisher leider nur sehr minimalistisch kommuniziert.“ Die Ergebnisse der aktuellen Befragung würden dies deutlich bestätigen. Verwunderlich sei auch, dass die Stadt Karlsruhe und große Kreisstädte deutlich weniger bis keine Flächen bereitstellten, so Timo Martin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild:Pixabay

Text:T.Martin