ÖPNV in Weingarten – Informationen nach Antrag der FDP

Informationen zum ÖPNV auf Antrag der FDP

(Bericht der Gemeinde Weingarten aus dem Verwaltungsausschuss)

Die FDP-Fraktion, im Verwaltungsausschuss des Weingartner Gemeinderates vertreten durch Carolin Holzmüller, hat der Verwaltung einen umfangreichen Fragenkatalog gestellt, wie es in Weingarten um den Öffentlichen Personen-Nahverkehr bestellt ist. Der zuständige Leiter des Ordnungsamtes, Patrick Nagel, hat durch Gespräche mit dem Landkreis und dem Karlsruher Verkehrsverbund die Fragen vollumfänglich beantwortet: Der zuständige Aufgabenträger ist der Landkreis, der mit den Verkehrsunternehmen Verträge geschlossen hat. Das Angebot in Weingarten umfasst die Buslinien 120 und 121, die von der RVS Regionalbusverkehr Südwest GmbH betrieben werden. Es werden insgesamt 13 Bushaltestellen angefahren. Die Stadtbahnlinien S3, S31 und S32 werden von der Albtalverkehrsgesellschaft betrieben. Der Gemeinde, berichtete Nagel, entstehen für dieses Angebot jährliche Kosten an den Landkreis. In 2019 betrugen diese 188.388 Euro, in 2020 werden es 212.040 Euro sein, davon entfallen auf die Busverbindung Blankenloch-Staffort-Weingarten jährlich rund 61.200 Euro, wobei der Gemeinde keine Fahrgastzahlen vorliegen. Aufgrund von Umleitungen während Baumaßnahmen und in der Ferienzeit seien Kleinbusse im Einsatz. Planungen für eine Buslinie durch die Bahnhofstraße lägen keine vor und die Fahrten zum Seniorenheim wurden aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt. Für die Schülerbeförderung zahlt der Landkreis seiner Satzung entsprechend einen bestimmten Zuschuss. Die Gemeinde hält eine Fußwegdistanz von 1,5 Kilometer für Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Personen für vertretbar. Eine Anschlussgarantie für Bahn und Bus gibt es nicht. Der KVV arbeitet daran, den Busverkehrsunternehmen die Informationen über Bahnverspätungen zukommen zu lassen, sodass die Fahrer individuell reagieren können. Für die Ausstattung der Bushaltestellen ist die Gemeinde zuständig, für die Stadtbahnhaltestelle die AVG. Zum Minimalstandard gehören die Haltestellenbezeichnung, Fahrpläne und Tarifinformationen, Beleuchtung dagegen nur an der Stadtbahnhaltestelle. Die Verlängerung des Bahnsteigs am Weingartner Bahnhof wurde durch die AVG durchgeführt, um auch Züge mit drei Waggons anhalten lassen zu können. Die Gesamtkosten liegen bei geschätzt 500.000 Euro, der Fördersatz nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz liegt bei 75 Prozent, die AVG hat einen Komplementäranteil von 137.500 Euro bezahlt. Für Pflege, Sauberkeit und Winterdienst an den Haltestellen werden vom Bauhof übernommen. Die Mitglieder des Ausschusses nahmen den Vortrag zur Kenntnis. Weitere Verbesserungen würden durch das Mobilitätskonzept angestrebt. Die von der Gemeinde für vertretbar erachtete Fußwegstrecke von 1,5 Kilometer sei zu lang, maximal ein Kilometer sei mobilitätseingeschränkten Menschen zumutbar.

Bericht: Gemeinde Weingarten
Foto: Symbolbild, Pixabay