Nur Mut mit der Kamera – es ist kein Risiko

Nur Mut mit der Kamera – es ist kein Risiko

“Die Vorgabe war, eine einfache digitale Kamera mitzubringen, kein Handy. Damit war klar, dass es nicht nur ums „Draufdrücken“ gehen sollte”

Lediglich zwei Mädchen waren von vier Angemeldeten zum Ferienspaß „Fotografie“ gekommen, aber die beiden hatten sichtlich Spaß an der Sache. “Die Vorgabe war, eine einfache digitale Kamera mitzubringen, kein Handy. Damit war klar, dass es nicht nur ums „Draufdrücken“ gehen sollte”, aber der Profifotograf Reiner Both ging die Sache alles andere als theorielastig an. Zu Beginn erklärte er die Funktion der Blende, vergleichbar der Pupille im Auge, die sich je nach Lichteinfall erweitere oder zusammenziehe. So arbeite auch eine Blende. Aber das war es auch schon, er verlangte keine manuellen Einstellungen, sondern arbeitete mit den Automatikprogrammen, die jede Digitalkamera mitbringt. Die Automatik regelt je nach Lichteinfall die Blendenöffnung und die Speicherkarte speichert die geknipsten Bilder. Dann erklärte er noch kurz die Funktion des Zooms. Diese Wirkung könne auch mit „näher an das Motiv herangehen oder weiter entfernt“ erreicht werden. Den Schwerpunkt legte er jedoch auf das, was der Hobbyfotograf selbst bestimmen kann, nämlich die Motivauswahl und die Perspektive, sprich das fotografische Sehen. Motive gab es im Schulhof, in der Umgebung und am Bach jede Menge. Both ermunterte die Mädchen, an kleine Dinge nahe heranzugehen, beispielsweise an das Pflaster einer Baumscheibe. Zunächst sollten sie das senkrecht aus der Vogelperspektive fotografieren und dann mehr und mehr selbst zum Experimentieren finden. Beispielsweise galt es, kleine Tierchen von ganz nah zu fotografieren und zu erproben, bis wie weit noch Schärfe erzielbar sei.

Eine Laterne, hoch aufgehängt, ermöglichte Effekte aus der Froschperspektive und der Walzbach eröffnete ganz neue Motive. Bei Aufnahmen von Bodenstrukturen und Untergrund müsse die Kamera immer ganz gerade gehalten werden, aber ein Baum, ein Mensch oder ein Gebäude müsse nicht immer mittig stehen. Hier gelte es Mut zum Wagnis zu haben und aus verschiedenen Blickwinkeln zu fotografieren. Wer unbefangen an die Sache herangeht, lernt, eigene Schranken zu überwinden. Schranken, die man aus der Macht der Gewohnheit gar nicht mehr wahrnimmt. Beispielsweise hin und wieder das Querformat zugunsten des Hochformats aufzugeben, eröffnet reizvolle Wirkungen und vieles mehr. Mut und Kreativität sind gute Voraussetzungen für gute Bilder.

Text: TBR

Bild: pixabay