“Notwendiger” Anbau – Gemeinde zur Erweiterung der Mineralix-Arena

Aus dem Bericht der Gemeinde (TBR):

SVG: Spatenstich für den Anbau
Mit dem symbolischen Spatenstich für einen Anbau an die Mineralix-Arena hat der SV Germania eine Tür in die Zukunft aufgestoßen.

Die Hintergründe
Vor einer Reihe von Mitgliedern und Unterstützern berichtete der Vorsitzende Ralph Oberacker über Zweck und Ausführung des Bauvorhabens. Der Anlass war ursprünglich, Platz für eine feste Matte zu schaffen, um dem wachsenden Verein mit derzeit rund 100 Kindern und Jugendlichen, Oberliga- und Landesligamannschaft, bessere Trainingsmöglichkeiten zu verschaffen. Außerdem waren ein Fitnesscenter, das verpachtet werden sollte, eine Sauna und eine Außenterrasse für die Gaststätte geplant. Der Fitnessraum und die Sauna waren Wünsche, die seinerzeit beim Bau der Mineralix-Arena vor 13 Jahren noch nicht aktuell waren.

Der Bau dieser Halle war den damals fehlenden Trainingskapazitäten geschuldet, die fast alle Weingartner Vereine betrafen. Mittlerweile nutzen 23 Vereine die Halle in irgendeiner Weise. Außerdem sei die alte Germania-Halle nahezu baufällig, absolut nicht mehr zeitgemäß und ein Neubau die einzig sinnvolle Lösung gewesen.

Das Konzept „Eine Halle für alle“ war ein Erfolgsmodell
Das Konzept, eine „Halle für alle“ zu bauen mit einer Gaststätte als sozialem Treffpunkt und einem Kulturraum für Veranstaltungen aller Art zu schaffen, sei zu einem Erfolgsmodell geworden und die Mineralix-Arena zu einem Mittelpunkt im Weingartner Vereinsleben. Aber mit den Anforderungen an den Sport, vor allem im Ringersport, seien auch die Wünsche an die Rahmenbedingungen gewachsen. Ringer müssen Krafttraining machen, Gewicht machen, und die Matte ständig auf- und abzubauen, kostet Zeit. Die Gaststätte solle eine Außenterrasse bekommen, denn im Sommer möchten die Menschen gerne draußen sitzen, sagte Oberacker, und nur so könne die Gaststätte erfolgreich weitergeführt werden. Verbunden mit dem Wechsel des Pächters zu Patrick Blocher sei jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen.

Hürden waren zu überwinden
Aber das Konzept hätte Ausmaße gefordert, die das Gebäude bis zur Straßenkante ausgedehnt hätten, erklärte Oberacker. Aus städtebaulicher Sicht für den Gemeinderat nicht tragbar. Also wurde die Planung abgeändert, und das Gebäude so verkürzt, dass die verkehrlichen Bedenken ausgeräumt waren. Dadurch entfiel aber der Mattenraum für eine Matte von mindestens 12 Meter Kantenlänge und der vorgesehene Fitnessraum erwies sich für eine Verpachtung zu klein und darum unwirtschaftlich. Also hat sich der Verein entschlossen, den gesamten L-förmigen Anbau zu verpachten. Mit Janis Athanasiadis wurde ein Betreiber gefunden, der sich die Übernahme eines Fitnesscenters als Ergänzung zu seiner bestehenden und gut laufenden Physiotherapiepraxis in der Apothekenstraßegut vorstellen konnte.

Den Plänen nach werden die Umkleiden umgebaut und etwas reduziert, so dass noch eine Saune Platz finde. Die Lösung für die Matte müsse in der Halle gefunden werden.

Der Anbau sichert die Zukunft des Vereins
Dann berichtete Oberacker, den Bau der Halle damals habe man über eine Partnerschaft mit der Gemeinde finanziert, jetzt müsse man das selbst stemmen. Aber mit dieser Lösung – langfristige Verpachtung der Gaststätte und langfristige Verpachtung des Fitnesscenters – sei eine Möglichkeit gefunden werden, die dem Verein eine langfristige Solvenz sichere und den Erhalt des Zentrums. Durch diese Einnahmen sei der SV Germania in der Lage, seine Verbindlichkeiten selbst zu decken, denn die Instandhaltung der Halle sei Vereinssache.

Die Kosten für den Anbau betragen rund 675.000 Euro, aber der Verein werde dank dieser beiden langfristigen Verträge diese stemmen können. Er dankte der Gemeinde für die Verlängerung des Erbbauvertrags und dem Vorstand der Volksbank Stutensee-Weingarten. Auch Andreas Schell von der Mineralix Recycling-Baustoff GmbH habe eine Verlängerung des Namensrechtes angekündigt. Nicht zuletzt dankte er der Firma Bauunternehmen Pfirrmann, der den Anbau in bewährter Weise realisieren werde. Es wird eine Ausführung in Beton werden mit einer prägnanten Glasfassade zur Straßenseite, die Terrasse auf dem Dach des Anbaus wird knapp 200 Quadratmeter messen. Die Baugenehmigung liege vor, der Erbbauvertrag werde verlängert. Noch im Mai soll Baubeginn sein, die Fertigstellung in rund sieben Monaten. Das Ausmaß an Eigenleistung wie in den vergangenen Jahren sei allerdings nicht mehr machbar.

Stellungnahme des Bürgermeisters
Bürgermeister Eric Bänziger sagte dazu, das Projekt sei im Gemeinderat unterschiedlich beurteilt worden. Städtebaulich sei man noch bereit gewesen, über Grenzen zu gehen, aber die gewerbliche Nutzung war eine andere Sache. Letztendlich habe aber Oberacker die Fortsetzung des Erfolgsmodells „Public Privat Partnership“ dargestellt, um den Verein langfristig finanziell abzusichern, und habe damit zu überzeugen gewusst. Es sei eine Einigung erzielt worden, dass der Erbbauvertrag angepasst werde und das Projekt weiterlaufen könne. Der Anbau sei notwendig und letztendlich werde auch die Gemeinde davon profitieren.

Bericht: Gemeinde Weingarten
Bild: SV Germania Weingarten