Nistkästen für den Weingartner Wald

„Wohnungsnot – nicht nur in Weingarten, sondern auch im Wald“ schmunzelte Förster Michael Schmitt.

Dem wollte das Energieunternehmen Erdgas Südwest mit einer Aktion für Natur- und Vogelschutz abhelfen und hat 23 Holz-Beton-Nistkästen gespendet. Zusammen mit seinem Gehilfen Reinhard Kindermann hing Schmitt die Kästen entlang des Kanals im Niederwald auf. Begleitet wurde er dabei von zwei Damen von der Öffentlichkeitsarbeit Erdgas Südwest, denn die Spende geht zurück auf die Initiative „ProNatur“ des Unternehmens. Diese Initiative wurde 2014 ins Leben gerufen und entstand aus der Erkenntnis der Sinnhaftigkeit, Sponsoring in Richtung Ökologie zu bündeln, erklärte deren Leiterin Sandra Klingler. Das Ziel sei, die Biodiversität in der Region zu stärken. Dazu bietet das Unternehmen seit einigen Jahren auch zwei Stellen für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und die beiden jungen Menschen waren ebenfalls mit von der Partie. „Die Arbeit heute passt genau in unser Profil“, erklärten sie. „Wir unterstützen Kooperationspartner. Beispielsweise haben wir bei der Streuobstinitiative von Herrn Flinspach auch schon Bäume gepflanzt und einen Schnittkurs mitgemacht.“ Also „Der Bedarf an Nistkästen ergibt sich aus der Baumstruktur“, sagte Schmitt. In einigen Bereichen des Gemeindewaldes seien die Baumdurchmesser zu gering, um natürliche durch den Specht gezimmerte Höhlen zu ermöglichen. Auch entlang der Entlastungskanäle sei noch einiger Bedarf. Warum gerade dort? „Wo Wasser ist, da sind auch Vögel“ wusste Kindermann. „Wasser bedeutet Leben, bedeutet Insekten und das wiederum ein reiches Nahrungsanebot.“ Der ideale Abstand liegt bei 40 bis 50 Meter. Also packte Schmitt die Leiter aufs Autodach und fuhr den Kanal entlang. In den vorgegebenen Abständen hielt er an und mit ein paar Hammerschlägen – bei hartem Buchenholz ein paar mehr – saß der Aluminiumnagel und der Kasten hing. Holzbeton habe sich bewährt, erklärte der Fachmann, denn das werde weder vom Specht zerstört noch von Eichhörnchen angenagt. Wichtig seien verschiedene Modelle mit unterschiedlich großen Fluglöchern. Beim kleinsten, dem runden Modell 1 B, misst das Flugloch lediglich 260 Millimeter. Das sei ideal für Blaumeisen, erläuterte Kindermann,  denn Kohlmeisen seien etwas größer und „territorialaggressiv“. Höhlenbrüter seien Standortvögel, in diesem Gebiet seien jetzt rund 250 Nistkästen ausgebracht. Kindermann übernimmt die Pflege, alle zwei Jahre sind die Kästen zu reinigen. Auch er stieg auf die Leiter und bevor er den Kasten befestigte, nahm er das Türchen ab und notierte auf der Innenseite die Jahreszahl, wann der Kasten aufgehängt wurde, „um wenigstens eine kleine Kontrolle zu haben“. Die beiden FÖJ-Absolventen werden dieses erworbene Wissen nun in Kindergärten und Grundschulen tragen, in denen sie innerhalb des Einzugsgebiets des Unternehmens eingesetzt werden.

Text:TBR

Bild:Symbolbild