Neuigkeiten zum Thema Nahwärmenetz

Bericht aus dem Gemeinderat der Gemeinde Weingarten:
Thema: Nahwärmenetz

Eigentlich wollte die Gemeinde Weingarten einen großen Wurf in Sachen CO2-Reduzierung tun und das projektierte Neubauareal „!mittendrin leben“ sowie das angrenzende Sanierungsgebiet im alten Ortskern an das bestehende Nahwärmenetz anschließen und dieses entsprechend erweitern. Das ist ihr nicht gelungen. Mit „!mittendrin leben“ kam zwar bereits 2015 ein Durchführungsvertrag zustande, der den Investor zum Anschluss verpflichtete. Dann aber verzögerte sich der Bauablauf des Projekts, der Beginn für die Wärmelieferung wurde aktuell auf den 1. Oktober 2020 festgelegt.

Das Sanierungsgebiet miteinzubeziehen kam nicht zustande, denn die erforderliche Anzahl der anschlusswilligen Grundstücks-eigentümer wurde nicht erreicht. Die Fördergelder aus dem Förderprogramm „Klimaschutz mit System“, das bis zu einer Million Euro vorgesehen hatte, konnten nicht abgerufen werden. Nachträglich wurde eine kleine Variante – nur „!mittendrin leben“ anzuschließen, jedoch mit den Elementen „Blockheizkraftwerk“ und „Energiespeicher“ – beantragt. Nachdem aber der Förderantrag in Höhe von 140.000 Euro bis Ende Januar 2020 noch nicht beschieden war und die Wärmelieferung bereits am 1. Oktober beginnen sollte, hat der Gemeinderat zur Vermeidung von Nachteilen für die Gemeinde Abstand vom Förderantrag genommen.

Mittlerweile hat der Investor von „!mittendrin leben“ klargestellt, dass er aufgrund des aktuellen Planungsstandes auf den Anschluss an das Nahwärmenetz bestehe. In einer gemeinsamen Besprechung der Verwaltung mit der Firma WTS und den Fraktionsvorsitzenden ergab sich nun eine Lösung, die der Gemeinderat in jüngster Sitzung unter der Leitung von Bürgermeisterstellvertreter Gerhard Fritscher einstimmig befürwortet hat. Die Verwaltung wird beauftragt, den Anschluss des Areals „mittendrin leben“ durch die Firma WTS auf deren eigene Rechnung vertraglich zu regeln. Die Firma WTS übernimmt ab dem 31. August 2024 die gesamte Investition und tritt in den Vertrag mit dem Investor ein. Dazu gehören die Erweiterung der Heizzentrale in der Turmbergschule sowie die Verlegung der Nahwärmeleitung durch die Friedrich-Wilhelm-Straße. Bis 2024 bleibt der laufende Wärmelieferungsvertrag für die Gemeinde bestehen. Danach hat die Gemeinde die Möglichkeit die Heizanlage zu übernehmen oder den Vertrag neu zu verhandeln sowie ein Wahlrecht, die Hackschnitzel weiterhin zu einem festgelegten Preis zu liefern oder auf die Lieferung zu verzichten.

Bericht: Gemeinde Weingarten
Foto: Symbolbild Pixabay