Neue Kindergartenplätze – neuer Standort für Naturkindergarten

Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Weingarten befasste sich in seiner letzten Sitzung mit der Schaffung neuer Kindergartenplätze. Aktuell stünden 152 Vormerkungen auf 102 Plätze. Aus dem Bericht: 

Ausschließlich mit der Thematik „Betreuungsplätze für Kinder über und unter drei Jahren“ befasste sich der Verwaltungsausschuss in jüngster Sitzung. In seiner Einführung in das Thema machte Bürgermeister Eric Bänziger deutlich, dass Weingarten weiter Zuzugsgemeinde und die Entwicklung der Kinderzahlen nicht immer vorausberechenbar seien. Danach legten die Koordinierungsbeauftragte für Kindergarten- und KiTaplätze Carmen Schlager und die Sachgebietsleiterin Bildung Heike Jung die Gesamtsituation in Weingarten dar und erläuterten die dringende Notwendigkeit, neue Kindergartenplätze zu schaffen.

Aktueller Stand

Im Mai 2018 habe sich abgezeichnet, dass für das Kindergartenjahr 2018/19 mindestens eine weitere Gruppe und für Anfang 2020 noch eine weitere erforderlich werden. Die Zahlen der Kinder im Kindergartenalter zeigen eine kontinuierliche Entwicklung nach oben: In 2015/16 waren in Weingarten 438 Kinder  registriert,  in 2019/20 sind es 489. Für das Kindergartenjahr 2019/20 sei aktuell kein Platz frei, erst ab Mitte 2019 wieder. Im September 2019 stünden 102 Schulanfängern 126 Kindergartenanfänger gegenüber, zusätzlich kommen 16 Kinder, die in der laufenden Vergaberunde nicht zum Zug kamen sowie 10 Vormerkungen von Zuzügen im Lauf des Jahres. Mache summa summarum 152 Vormerkungen für 102 Plätze, nicht mitgerechnet zehn Familien aus dem Geburtenregister, die noch keine Vormerkung beantragt hatten. Laut den Vormerkungen bis März 2020 sei das TSV-Gebäude schon nicht mehr ausreichend und bis Mitte 2020 seien zwei weitere Gruppen nötig. Heike Jung erläuterte die Hintergründe für den prognostizierten steigenden Bedarf:  Die Erwartung weiterer Zuzüge, weitere innerörtliche Baugebiete in Planung (z.B. Burghof, Schlimm-Areal, Kirchberg-Mittelweg, möglicherweise die teilweise politisch gewollte kostenfreie Kinderbetreuung und eine zunehmende Öffnung von Gruppen auch für Zweijährige, was eine Reduzierung der Gruppenstärke zur Folge hat.

Ausblick und Beschluss

Bürgermeister Bänziger dankte den Beiden für die Darstellung der Fakten und die daraus abgeleitete Einschätzung. Das Fazit sei, sagte er, der sofortige Ausbau des TSV-Gebäudes für mindestens eine VÖ-Gruppe bis 1. September 2019. Der Kindergarten Waldbrücke soll bis zum Frühjahr 2020 um zwei Gruppen erweitert werden. Das sei bereits bei der Sanierung und Erweiterung in 2014 vorbereitet worden, aber ein zusätzlicher Anbau sei erforderlich. Bis zum Herbst 2020 soll ein neuer fünfgruppiger Kindergarten entstehen. Von diesen fünf Gruppen seien zwei bereits als Transfergruppen vorgesehen, wenn die Kindergärten Höhefeldstraße und Schillerstraße, die beide nicht mehr sanierungsfähig seien, erneuert würden.

Das größte Problem liege allerdings in der Verfügbarkeit von Personal und darin, Träger zu finden. Carolin Holzmüller wies darauf hin, auch Erzieherinnen hätten Anspruch auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darum sollen die neuen Gruppen in Waldbrücke zunächst als „VÖ“ geschaffen werden aber mit der Option „GT“. Matthias Görner meinte, man solle mit Baugebieten auf die Bremse treten, wozu Bänziger auf die bereits vorhandene Nachfrage nach Wohnungen verwies. Wolfgang Wehowsky fragte nach einem Bauplatz für den neuen Kiga. Eine Baufläche von 3.500 qm sei noch nicht gefunden, hieß es. Gerhard Fritscher mahnte, heute eine kurzfristige Lösung zu entscheiden, dann die Standortfrage zu diskutieren und das Thema Dezentralität an der Wirtschaftlichkeit zu messen, die nur bei größeren Einrichtungen gegeben sei. Einstimmig wurde beschlossen: Das TSV-Gebäude umzubauen, die Waldbrücke um zwei VÖ-Gruppen zu erweitern und den Standort des Neubaus in der nächsten VA-Sitzung zu diskutieren.

Standortwechsel des Naturkindergartens

Auch der Naturkindergarten könnte zu einer Entlastung der Situation beitragen, wenn er besser angenommen würde. Carmen Schlager berichtete, eine Umfrage unter den Eltern hätte gezeigt, dass die Einrichtung überwiegend als grundsätzlich gut angesehen werde, nur der bisherige Standort Sohl als zu weit entfernt. Bei einem günstigeren Standort hätten 19 Eltern Interesse bekundet. Darum habe die Verwaltung elf neue Standorte geprüft, darunter auch die Forsthütte. Dieser Platz sei aus Gründen des Forstbetriebs eindeutig als zu gefährlich beurteilt worden. In einem Ausschlussverfahren wurde ein Platz am Waldrand im Gewann Ochsensteig als der beste ermittelt, auch die Leiterin Jessica Mackiw hätte sich damit einverstanden erklärt. Bei einem zeitnahen Umzug könnte der Kindergarten eventuell noch aufgefüllt werden, bisher seien nur vier Kinder aus Weingarten da. Auf Nachfrage von Timo Martin erklärte Bänziger, das Defizit für den alten Standort trage die Gemeinde. Sollte aber die Minderbelegung auch am neuen Standort fortdauern, so werde es keine weitere Finanzierung seitens der Gemeinde mehr geben. Einstimmig beschloss das Gremium, den Naturkindergarten auf den neuen Standort Ochsensteig umzusiedeln, die Kosten hierfür trage die Gemeinde.

Erweiterung der KiTa Blauland

Auch an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahre besteht weiterer Bedarf. Darum habe sich das Familienzentrum Allerdings bereit erklärt, in der Kita Blauland eine weitere Gruppe aufzumachen. Die Pläne zu den notwendigen Umbaumaßnahmen und eine grundsätzliche Zustimmung des Kommunalverbands für Jugend und Soziales liegen bereits vor. Der Umbau, der an der Kubatur des Gebäudes nichts ändert, wird etwa sechs Monate benötigen. Damit wäre die neue Gruppe ab September 2019 verfügbar. Krippen, die durch Umbau an einem bereits vorhandenen Standort entstehen, werden mit 7.000 Euro pro Krippenplatz bezuschusst. Damit beträgt der Zuschuss vom Land 70.000 Euro Die Gemeinde gewährt dem Träger ein zinsloses Darlehen von zunächst 90.000 Euro. Die nach Erhalt des Zuschusses verbleibenden 20.000  Euro werden vom Familienzentrum im Lauf der nächsten zehn Jahre zurückbezahlt bzw. mit dem jährlichen Betriebskostenzuschuss verrechnet. Der Verwaltungsausschuss stimmte dem einstimmig zu. 

Bericht: Verwaltungsausschuss Gemeinde Weingarten
Bild: Symbolbild, Pixabay