Nahwärmekonzept überdenken – Thema im Gemeinderat

Bericht aus dem Gemeinderat:
Keine große Lösung für Nahwärme?

Die Gemeinde spielt mit dem Gedanken, ihren Durchführungsvertrag mit der Hoepfner Bau Invest zur Anbindung an das Nahwärmenetz zu überdenken. Mit der Umwelt- und Energieagentur Karlsruhe wurde 2013 ein Konzept erstellt, das bestehende Nahwärmenetz in das Sanierungsgebiet „Ortskern“ weiterzuführen unter der Voraussetzung, dass mindestens 50 Prozent der dortigen Grundstückseigentümer einen Anschlussvertrag unterzeichneten. Das wurde nicht erreicht, woraufhin die Gemeinde ihren Förderantrag aus dem Programm „Klimaschutz mit System“ auf 140.000 Euro reduziert hat. In einem ersten Schritt sollte das Areal „!mittendrin leben“ angebunden werden, was aufgrund verschiedener Verzögerungen ebenfalls noch nicht erfolgt ist. Das Thema wurde im Ausschuss für Umwelt und Technik ausführlich vorberaten. Nun ist das Bauvorhaben so weit gediehen, dass bis zum 1. Oktober Wärme geliefert werden müsse, berichtete Bürgermeister Eric Bänziger im Gemeinderat. Dafür gebe es zwei Möglichkeiten: entweder die Gemeinde belasse es bei dem reduzierten Antrag auf Förderung und trage die Investitionskosten für eine größere Holzhackschnitzelanlage, ergänzt durch ein Blockheizkraftwerk, mit 1,6 Millionen selbst und würde den bestehenden Contractingvertrag auflösen. Oder man verzichte auf „Klimaschutz im System“ und verhandle mit der Firma WTS Vollmer, ob sie zum gleichen Preis den Vertrag verlängern würde. Gerhard Fritscher (CDU) und Matthias Görner berichteten, sie hätten mit dem Geschäftsführer des Investors, Hartmut Raupp, am Telefon gesprochen und er habe sich einer Auflösung des Durchführungsvertrags nicht verschlossen. Gerhard Fritscher  sprach sich für die „kleine Lösung“, Nahwärme nur für Schule und Rathausplatz zu behalten, aus. Matthias Görner (WBB) regte an, angesichts der finanziellen Situation der Gemeinde „Ballast abzuwerfen“. Karlernst Hamsen (Grüne) mahnte, das Ziel, „CO2-frei“ nicht aus den Augen zu verlieren. Seine Fraktion befürworte, das Netz weiterzuziehen. Carolin Holzmüller (FDP) wollte das „nicht komplett canceln“. Wolfgang Wehowsky (SPD) sprach von einer „ideellen Kehrtwendung“. Das Gremium beschloss einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Geschäftsführer des Investors, Hartmut Raupp, Gespräche zu führen, das weitere Verfahren mit der Umwelt- und Energieagentur abzustimmen und mit der Firma WTS in Verhandlungen zu treten. Sie solle ein Szenario in beide Richtungen erstellen und dem Verwaltungsausschuss die Zahlen vorlegen. Dann erst werde abschließend entschieden.

Bericht: Gemeinde Weingarten
Bild: Symbolbild, Pixabay