Nachwuchs-Reporter im Hort: MeinOrt war zu Besuch beim Ferienprogramm

Was sind eigentlich Nachrichten? Was bedeutet Journalismus und für welche Themen interessieren wir uns hier in Weingarten? Diese und weitere Fragen hat Vanessa von MeinOrt gemeinsam mit den Kindern der Schulkindbetreuung beantwortet.

Auf die Einladung von David Metzger, der im Hort als Erzieher arbeitet, hat Vanessa einen kleinen Programmpunkt im Rahmen der Ferienbetreuung gestaltet. Das Thema: Was macht eigentlich MeinOrt Weingarten?

Vanessa berichtet:

Die Kinder im Alter von 7-8 Jahren warteten schon gespannt, als ich im Hort ankam und wollten natürlich direkt wissen, was ich denn in der großen Tasche dabeihatte. Dazu kamen wir aber erst später. Zu Beginn hatte ich eine kleine Einführung zum Thema Journalismus und Nachrichten vorbereitet. Von der Definition her machen Journalisten gesellschaftlich relevante Themen öffentlich sichtbar. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Von den Kindern erfuhr ich, dass einige schon mal die Nachrichten im Fernsehen gesehen hatten, einzelne hatten sogar schon Zeitung gelesen oder auch Radio gehört. Häufig ging es dort um Nachrichten zum Thema Politik, Krieg, oder Katastrophen, die irgendwo auf der Welt passierten, berichteten mir die Kinder. Hm. Alles ganz schön negative Themen, oder? Und irgendwie auch ziemlich weit weg.

Lokale Nachrichten direkt vor der Haustüre
Wir bei MeinOrt Weingarten machen Nachrichten und Berichterstattung für die Menschen direkt hier vor der Haustüre. Was das bedeuten kann, haben wir uns dann gemeinsam angeschaut. Ich war positiv überrascht, wie aktiv die „Nachwuchs-Reporter“ an der Themenfindung und Ausarbeitung mitgewirkt haben. Zuerst überlegten wir gemeinsam, welche Themen in Weingarten relevant sein könnten und ob jemandem etwas aus dem Alltag einfiel, über das wir berichten könnten. Viele Ideen kamen zusammen: Von Natur und Tieren, über Blaulicht-Themen und Kommunalpolitik bis hin zu Vereinsleben, Feste und Rathaus. Dann ging es ans Eingemachte. Gemeinsam legten wir unser Lieblingsthema fest: Natur und Tiere. Eine Schülerin schlug das Thema „Graureiher am Walzbach“ vor. Der erste wichtige Schritt war also getan.

Jetzt stellten wir uns gemeinsam der Frage: Wie wollen wir berichten? Würden die Weingartnerinnen und Weingartner sich eher für einen langen Text interessieren, eine Fotogalerie oder sogar ein Video? Wir einigten uns schnell darauf, dass ein Text nicht zu lang sein dürfte und nur die wichtigsten Informationen reinkommen sollten. Aber wie entscheidet man eigentlich, was wichtig ist? Und woher bekommt man diese Infos?

Wir recherchieren
Die Kinder hatten schnell viele Ideen: Man könnte zum Beispiel im Internet nachschauen, oder jemanden fragen, der sich mit dem Thema richtig gut auskennt – einen Experten also. David schlug vor, in einem Buch nachzuschauen, auch ein Lehrer oder eine Lehrerin könnte vielleicht weiterhelfen.

Aber: Nicht alles, was im Internet steht, stimmt auch. Gemeinsam erörterten wir, dass man einer Information – insbesondere, wenn man sie im Internet findet – nie einfach so blind vertrauen sollte. Ist die Quelle seriös? Ist das Ganze belegbar? Wer hat die Information veröffentlicht? All diese Dinge sollte man bei der Recherche beachten. Die Kinder stellten viele Fragen dazu.

Wer ist unser Experte?
Was könnte uns jetzt zum Thema Graureiher am Walzbach interessieren? Eine Schülerin schlug vor, herauszufinden, warum ein Graureiher so einen langen Schnabel hat. Vielleicht, weil sie sich gerne am Rücken kratzen? Wenn wir diese Info irgendwo finden, wissen wir auf jeden Fall: Das sind Fake-News! Da waren sich alle einig. Aber woher bekommen wir denn nun unsere Informationen? Wir einigten uns darauf, für unser fiktives Interview mit einem Experten zu sprechen. Schnell kam die Idee auf, Förster Michael Schmitt wäre bestimmt der perfekte Ansprechpartner für ein Interview.

Am Ende unseres gemeinsamen Vormittags hätten wir also direkt losziehen und unseren Blogbeitrag über Graureiher am Walzbach starten können. Eine tolle Sache und für mich sehr beeindruckend, wie konzentriert und engagiert sich alle Kinder eingebracht haben!

Eine große Kamera kann ganz schön schwer sein
Danach wurde es etwas praktischer und endlich wurde klar, was sich in der großen Tasche versteckte: eine Fernsehkamera und Equipment! Am Laptop schauten wir uns gemeinsam einen Ausschnitt aus einer aktuellen Bänkle-Folge mit David Metzger an.

Dann ging es daran, eine Quizfrage zu beantworten: Wer hat erkannt, wo sich im Video das Mikrofon versteckt hat? Richtig! Am Kragen von David. Denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Mikrofonen. Ein Handmikro durften alle Kinder selbst testen. Das große Highlight war allerdings die Videokamera, die jeder einmal selbst „schultern“ durfte. Zum Glück konnte man die große Kamera auf der Schulter ablegen, denn mit der Zeit wurde die ganz schön schwer! Dann berichtete ich noch über meine Arbeit als Live-Nachrichtensprecherin und die Kinder hatten viele Fragen zum Thema Live-Fernsehen und vieles mehr.

Für mich war der Vormittag mit David und der Schulkindbetreuung eine ganz neue Erfahrung. Ich hatte sehr viel Spaß und freute mich über die vielen Fragen und Wortbeiträge der Kinder. Gemeinsam mit David habe ich schon über mögliche nächste Projekte nachgedacht. Bleibt also dran 😊

PS: Mit seinem spitzen Schnabel kann der Graureiher übrigens besser Fische fangen.

„Bei der Jagd im Wasser und an Land pirscht er sich langsam an seine Beute heran oder lauert ihr auf. Dann stößt er blitzschnell mit seinem dolchartigen Schnabel zu“, berichtet der NABU auf seiner Homepage.