Mit dem Rad nach Olesa de Montserrat

Vor einer Woche sind sie gestartet: Siegbert Kolar (Vorsitzender Komitee), Thomas Fischer, Armin Wolf, Bernd Wolf, Thomas Eberlin, Karlheinz Jäckel und Timo Martin. Die Gruppe hat sich mit dem Rad auf den Weg gemacht in Weingartens Partnerstadt Olesa de Montserrat in Katalonien, Spanien.

Kurz vor der Abfahrt haben wir mit Siegbert Kolar und Timo Martin ausführlich gesprochen.

Die Idee zur Radtour in die Partnerstadt kam schon vor ein paar Jahren auf – dann kam die Pandemie dazwischen. Umso größer war die Vorfreude, dass es endlich losgeht. Wie Siegbert berichtete, wurden extra Radhemden und Polohemden bedrucken lassen, damit die Gruppe unterwegs auch erkannt wird. Besonders freue er sich, dass Sebastià Vila mit dabei ist. Der Katalane war einige Jahre selbst Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Olesa. Er war bereits mit der Radgruppe unterwegs und als er von der Idee hörte, war er sofort dabei. Einen Tag vor der Abfahrt kam er extra mit dem Flugzeug angereist, um dann mit den anderen Männern den Weg wieder mit dem Fahrrad zurückzufahren.

5000 Höhenmeter auf der Strecke
Eine große Strecke liegt vor der Radgruppe, viele haben schon reichlich Fahrrad-Kilometer in ihrem Leben gesammelt, eine solche Distanz ist aber für alle eine Herausforderung: „Eine Drei-Tages-Tour habe ich vielleicht schon mal gemacht, aber 120km-Etappen und das 12 Tage hintereinander – das ist schon etwas anderes. Außerdem haben wir ca. 5.000 -6.000 Höhenmeter vor uns“, sagt Siegbert Kolar. Der Komitee-Vorsitzende hatte erst im Frühjahr eine Knie-OP und ist deshalb froh über seinen Elektro-Antrieb. Außerdem wird abwechselnd Auto gefahren – im Begleitwagen mit Hänger fährt das komplette Gepäck mit.

So wollen die Radfahrer noch schneller vorankommen: 120km sind am Tag geplant. Ein Update der Gruppe von vergangener Woche zeigt: Es sollten sogar noch mehr werden. Bei der dritten Etappe standen sogar knapp über 140 km auf dem Tacho! Den Unterschied mit oder ohne Gepäck, merke man auf dem Rad deutlich, so Timo Martin. Der Weingartner Gemeinderat und Mitglied des Partnerschaftskomitees hat bereits Erfahrung mit Langstreckentouren. Im September 2019, beim Besuch der „Miquelets“ in Olesa, startete er seine Tour in Perpignon (Frankreich) und nahm die Strecken an der Küste entlang. Drei Tage brauchte er damals für seine Tour.

Starker Wille macht den Unterschied
Den Spaß an Langstrecken entdeckte er 2016 über seinen Chef, berichtet Timo. Damals ging es von Marseille Richtung Santiago mit dem Rad, direkt über die Pyrenäen. „Da sieht man Pflanzen, die man vorher nie gesehen hat. Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, nimmt man die Natur viel bewusster wahr. Besonders beeindruckend fand ich, wie herzlich wir damals überall empfangen wurden.“ Anstatt ständig aufs Navi zu schauen, haben sie sich an den Ortszentren, also an den Kirchen orientiert. Das Fahren ist fast ohne Karte möglich, man kann einfach losfahren.

Eine solche Fahrt ist natürlich nicht immer leicht: „Wind, Sturm, Regen – es gibt schon Momente, da denkt man, man kann nicht mehr. Aber ich habe gelernt: Der Wille ist ausschlaggebend. Auch ohne großes Training kann man es schaffen, irgendwie geht es immer weiter. Kilometer für Kilometer.“

Frankreich und Spanien seien besonders Radfahrer-freundlich, erzählt Timo. Vor drei Jahren wurde er bereits im Stadtzentrum von Olesa empfangen, als er mit dem Fahrrad inklusive katalanischer Flagge dort ankam. Auch in diesem Jahr freut er sich auf einen gebührenden Empfang, sogar das Radio Olesa hält den Ort über den aktuellen Standort der Gruppe auf dem Laufenden. Alle fiebern mit.

Kloster auf dem Montserrat als finale Etappe
„Ich freue mich riesig auf die Tour“, sagte Siegbert Kolar kurz vor dem Start. In den letzten Tagen vor der Abfahrt hatte er einiges zu tun, Vorbereitungen für die Tour, aber auch für den anstehenden Besuch der Weingartner Delegation in Olesa, die mit dem Flugzeug anreisen wird, Presseberichte und vieles mehr. „Wenn ich mich am Samstagmorgen aufs Fahrrad setzen kann, beginnt der „entspanntere Teil“, dann kann es endlich losgehen.“  Am vergangenen Samstag, 11. Juni ging es dann endlich los:

Die Tour führt zunächst nach Lahr, dann über Basel in die Schweiz, an den Seen entlang nach Genf und dann nach Frankreich. Über den Europaradweg Richtung Südfrankreich an der Küste entlang geht es weiter bis nach Katalonien. Am 23.06. plant die Gruppe in Olesa de Montserrat anzukommen, zeitgleich mit der Delegation, die mit dem Flieger anreist. 1450 Kilometer haben die Radler bei ihrer Ankunft dann insgesamt zurückgelegt – eine tolle Leistung, die dann sicherlich erstmal gebührend gefeiert wird. Im Laufe der Woche soll es dann zur finalen Etappe auf den Montserrat hochgehen, berichtet Timo.

MeinOrt in Olesa de Montserrat
Auch wir von MeinOrt werden nächste Woche in Olesa bei der Fiesta Mayor mit dabei sein und selbstverständlich auch die Einfahrt der Radgruppe in Olesa für Euch festhalten. Schaut gerne auf unseren Kanälen vorbei, wir halten Euch auf dem Laufenden.

PS: Wer gerne mehr über die Radreise erfahren möchte: Auf Youtube findet Ihr Videoimpressionen und Interviews: https://www.youtube.com/watch?v=gEpYaQI1NkQ

Jubiläum steht bevor: 40 Jahre Partnerschaft 2023
Wusstet Ihr, dass die Partnerschaft zwischen Weingarten (Baden) und Olesa de Montserrat in 2023 schon 40 Jahre besteht? Eine echte Freundschaft, bei der kein Weg zu weit ist, wie man sieht.