Hilfe in der Nachbarschaft – Angebot der Diakonie

Bericht aus der TBR: „Wenn ich Herrn X. besuche, fragt er immer: ‚Was gibt’s Neues?‘. Natürlich gibt es nicht jede Woche etwas Neues, aber Herr X. möchte den Anschluss nach draußen nicht verlieren.“ So wie Herrn X. geht es vielen älteren Menschen, die – oftmals alleinstehend, nicht mehr mobil oder aus anderen Gründen ans Haus gebunden – kaum noch unter Menschen kommen.

Zu ihnen kommt die Nachbarschaftshilfe, ein Teilbereich des Diakonievereins Weingarten, ins Haus. Entstanden ist sie 2001 aus dem Gedanken, pflegende Angehörige zu unterstützen. Nun suche die Nachbarschaftshilfe neue Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter, sagt die Vereinsvorsitzende Gabriele Streit. Die Arbeit ist ehrenamtlich, aber es gibt eine Aufwandsentschädigung. Wer die Hilfe in Anspruch nimmt, zahlt als Mitglied im Diakonieverein sechs Euro pro Stunde, als Nichtmitglied sieben Euro. „Wir wollen unser Team verstärken, um das Spektrum der Anforderungen abdecken zu können“ fährt Streit fort, „denn nicht jede Helferin (nur ein Mann ist im Team) kann überall eingesetzt werden“. Beispiel: Spazierengehen.Wer einen älteren Menschen stützen oder im Rollstuhl fahren soll, muss selbst gut zu Fuß sein. Zweites Bei- spiel: Betreuung. Wer jemandem einfach nur Gesellschaft leisten soll, muss nicht nur vorlesen, sondern vor allem zuhören können. Das erfordert Zeit, die die Helferin sich aber nicht „aus den Rippen schneiden“, sondern wirklich haben sollte, denn diese Zeit muss mit Geduld und Einfühlungsvermögen verbunden sein. Die Nachbarschaftshilfe leistet außerdem kleinere Haushaltstätigkeiten, einkaufen, Besorgungen, Hilfe bei Schreibarbeiten sowie Zubereitung von kleinen Mahlzeiten. Sie leistet nicht: Putzarbeiten, Pflegetätigkeiten und Fahrdienste. „Unsere Hilfe orientiert sich am Bild des Samariters und entspringt aus der christlichen Nächstenliebe“ definiert Winfried Brunner, Kassenwart im Verein.

Gerne arbeitet die Nachbarschaftshilfe auch mit dem Pflegeheim zusammen, denn aufgrund des Personalschlüssels ist dort die für die einzelnen Patienten zur Verfügung stehende Zeit knapp und reicht erst recht nicht für eine Dienstleistung, die über den unbedingten Pflegebedarf hinausgeht. Aber es sei Sache des Heims, den Angehörigen zu vermitteln, dass es für diesen „Sonderbedarf“ ein Angebot gibt. Oft herrscht bei den Angehörigen Unkenntnis oder eine grundsätzliche Hemmschwelle, die Nachbarschaftshilfe in Anspruch zu nehmen. „Wir kommen gern“, sagt Gabriele Streit, „aber wir müssen auch wissen, wer uns braucht.“ Die Nachbarschaftshilfe hilft überkonfessionell, eine Mitgliedschaft im Diakonieverein ist keine Voraussetzung. Wer diese Hilfe in Anspruch nehmen möchte, wird gebeten, sich bei Gabriele Streit unter (07244) 8482) oder bei Birgit Mohr unter (07244) 1498 zu melden.

Bericht: Marianne Lother, TBR
Bild: Symbolbild, Pixabay