Happy birthday, Raupe Nimmersatt! Party in der Gemeindebibliothek

Die Raupe Nimmersatt feiert Geburtstag – die Gemeindebibliothek feiert mit. Hier ein Bericht der Gemeinde Weingarten: 

Welches Kind kennt nicht die „Raupe Nimmersatt“? Seit 1969 frisst
sich die wohl berühmteste Raupe aller Zeiten als eines der bekanntesten Kinderbücher durch die Kinderzimmer der Republik. Sie frisst sich durch einen Berg von Essbarem, aber: „satt war sie noch immer nicht“. Den Refrain am Ende jeder Seite kann jedes Kind spätestens ab der dritten Wiederholung mitsprechen. Zum 50. Geburtstag der kleinen Raupe und am Tag nach dem 90. Geburtstag des Autors Eric Carle hat die Weingartner Gemeindebibliothek zu einer „Raupenparty“ eingeladen. Mit viel Liebe, Phantasie und Geduld hatte das Team, federführend Kerstin Klüh, ein buntes Programm vorbereitet.

„Nachts, im Mondschein, lag auf einem Blatt ein kleines Ei“, begann
sie zu lesen. „Und als an einem schönen Sonntagmorgen die Sonne
aufging, hell und warm, da schlüpfte aus dem Ei – knack – eine kleine hungrige Raupe.“ Zwölf Kinder saßen auf Sitzkissen auf dem Boden und lauschten hingerissen. Nun begann sich die Geschichte zu
verkörpern, denn eine kleine Raupe aus Holz wanderte von Hand zu
Hand und machte sich auf, die guten Sachen zu suchen. Dazu hingen große Bilder zwischen den Regalen und jedes Einzelne sollte gefunden werden. Das jeweilige Kind mit der Raupe ging voran und
die anderen folgten als lange Polonaise. So ging es vielfach im Rundgang durch die Bibliothek, bis alles entdeckt war, auch das Törtchen und das Würstchen. Jetzt hatte die Raupe Bauchweh. Eine Erfahrung, die Kinder teilen konnten? Nicht die einzige. Die großen Stanzlöcher des Buchs ermöglichen den Kindern, die Unersättlichkeit der Raupe nachzuempfinden. Jetzt war die Raupe satt und rollte sich in einen Kokon, um zu schlafen. Ganz eng rollten sich die Kinder zusammen und umso größer war ihre Begeisterung, als Schmetterlinge wieder aufzuwachen und durch den Raum zu tanzen. Danach aber hatte die Raupenparty noch einiges zu bieten: Ein Raupenkopfschmuck aus grüner Pappe konnte gebastelt werden oder ein Schmetterlingsbild gemalt. Aus Geschenkpapier und Basteldraht entstand ein Fingerschmetterling und aus vielen grünen Luftballons entstand eine Riesenraupe. Der Schmetterling ist die Hauptaussage des Buchs, denn Eric Carle geht es nicht um Moral und Mäßigung. Es gehe ihm vielmehr darum, schreibt die Pädagogin Sylvia Näger, kleinen Kindern Vertrauen zu vermitteln. Vertrauen darauf, sich weiterzuentwickeln, um am Ende einer Entwicklungsphase zu einem wunderbaren Menschen heranzuwachsen. „Dir werden Flügel wachsen“ ist die zentrale
Botschaft. Die Kinder nahmen diesen Nachmittag begeistert wahr
und selbstverständlich durfte am Ende ein kleiner Snack nicht fehlen: grüne Gurken-Raupen mit rotem Tomatenkopf.

Bericht: Marianne Lother, TBR
Bild: Symbolbild, Pixabay