Handball: Bittere Niederlage für Herren und Damen

Das berichtet der Verein:
[Bild: SG Stutensee Weingarten / cls]

Die SGSW gab kurz vor dem Schlusspfiff beide Punkte noch aus der Hand

Am frühen Samstagabend erlebten die Handballanhänger der SG Stutensee-Weingarten, die aus Grötzingen stammen wieder einmal ein Badenligaspiel in der heimischen Emil-Arheit-Halle und bekamen ein richtiges Highlight serviert. Die SGSW empfing zum Spitzenspiel den Tabellendritten SG Heidelsheim/Helmsheim und die Partie hielt was sie versprach. Nach einer Auseinandersetzung auf hohem Niveau mussten die Gastgeber in letzter Sekunde beide Punkte mit der 26:27 Niederlage noch unglücklich abgeben.

In der 48. Minute schien die Welt für den Tabellenfünften aus Stutensee-Weingarten noch in Ordnung, denn Max Waltert hatte gerade das 22:16 für sein Team erzielt und damit die Differenz auf sechs Tore ausgebaut. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Abwehr der Hausherren den Gegner sicher im Griff und strebte einem eindrucksvollen Heimsieg entgegen. Angefeuert von den begeisterten Fans trug die Mannschaft aus einer kompakten Abwehr mit einem sicheren Sascha Helfenbein im Kasten, der unter anderem zwei Siebenmeter parierte, gut strukturierte Angriffe vor. Die Bechtler Truppe setzte die Leistung aus den letzten drei Spielen fort. Der Knackpunkt in dieser Partie kam nach Meinung beider Trainer durch die Auszeit von Sandro Catak. Der pfiffige Coach der Gäste ließ danach zwei Rückraumspieler der SGSW in enge Manndeckung nehmen und zerstörte damit die bis dahin glänzende Struktur der Bechtler Sieben. Der Übungsleiter der Gastgeber gab nach Ende der Partie dann auch zu: „Wir haben es nicht verstanden gegen diese offene Variante eine Lösung zu finden. Teilweise schlossen wir unsere Angriffe zu schnell ab oder wir vergaben selbst aussichtsreiche Chancen. Uns hat in dieser Phase einfach die notwendige Geduld und Übersicht gefehlt.“

Innerhalb von vier Minuten nutzten die Gäste aus dem Saalbachtal jeden Fehler der Hausherren und arbeiteten sich in der 53. Minute auf 22:21 heran. Hilfreich für die Catak Jungs war wohl auch, dass sich die SGSW in diesem Abschnitt zwei Strafzeiten leisteten und ihr eigener Torhüter David Krypczyk mit einigen glänzenden Paraden Hilfestellung zur Temposteigerung seiner Mannschaft gab. Dem Anschlusstreffer durch Raphael Blum, der von der Siebenmeterlinie erfolgreich war, ging eine Szene voraus, die den Spielverlauf nicht unwesentlich beeinflusste. Nils Pollmer, der erst zu Beginn der Runde von der SGHH zur Bechtler Truppe gewechselt war, hätte seiner hervorragenden Abwehrleistung die Krone aufsetzen können. Mit reaktionsschnellem Einsatz stahl er dem Gegner die Harzkugel und versuchte sie im leeren Gehäuse der Gäste unterzubringen, traf aber leider nur den Pfosten. Pollmer erkämpfte sich noch den zurückprallenden Ball, wurde jedoch bei seinem folgenden Wurfversuch unsanft gebremst. Der erwartete Siebenmeterpfiff blieb aus. Die SGSW zeigte aber weiterhin die Leidenschaft, die sie in den vergangenen drei Partien so erfolgreich agieren ließ und baute in der Schlussphase den Vorsprung noch einmal auf zwei Tore aus. Eine weitere fragwürdige Zeitstrafe gegen die Hausherren brachte der Catak Sieben dann einen wichtigen Vorteil. Neunzig Sekunden waren noch auf der Uhr als André Ockert gegen seine ehemaligen Kameraden erfolgreich zum 26:26 für seine Farben ausglich. Torhüter Krypczyk verhinderte anschließend mit einer Parade den Führungstreffer durch Spielmacher Marvin Morlock. Im Gegenzug gelang Sascha Lehnkering noch der glückliche Siegtreffer für die Gäste.

Trainer Bechtler war nach dem Schlusspfiff noch sichtlich erregt: „Wir haben am Ende den Sieg wieder einmal hergeschenkt. Das ist extrem bitter. Wir haben heute in der Abwehr eine überragende Leistung gezeigt und es ist schade, dass sich die Jungs dann nicht selbst belohnen durften.“

Der Übungsleiter der SGSW fand dann aber schnell die Worte wieder und hielt kurz Ausschau auf die kommende Begegnung. Die Mannschaft muss am Samstag, 01. Dezember um 19:30 Uhr in der Sporthalle am Stadion in Wiesloch gegen die TSG antreten: „Wir dürfen kurz traurig sein, müssen dann aber wieder schnell den Fokus auf die Partie in Wiesloch richten. Dieses Spiel wird mit Sicherheit nicht einfach. Der Vizemeister der vergangenen Saison steht zwar ziemlich weit unten in der Tabelle, ist aber nicht so schlecht wie es der Tabellenstand ausdrückt. Wir müssen die Enttäuschung von heute aus den Kleider schütteln und da ansetzen, was wir bis zur 50. Minute gezeigt haben.“

Für die SGSW spielten: Sascha Helfenbein, Pascal Duck  –  Kai Rudolf (4), Max Waltert (2), Vedran Dozic, Max Weickum (2), Justus Bieberstein (4), Jan Lasse van den Heuvel, Nils Pollmer (2), Marvin Morlock (5/3), Marvin Kikillus (4), Felix Mügendt (3)

Auch die Mädels der SGSW verschenkten am Wochenende beide Punkte

Sowohl die Herren eins wie auch die Damen eins können an diesem Wochenende von gebrauchten Spieltagen reden. Nachdem am Samstag die Mannschaft von Trainer Steffen Bechtler trotz deutlicher Führung bis zu 48. Minute gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim noch beide Punkte abgeben musste, zogen am Sonntagabend die Mädels von Trainer Werner Weichselmann nach. Sie verspielten fast zeitgleich ebenso einen Vorsprung von sechs Treffern gegen die Reserve des BW-Oberligisten HSG St. Leon/Reilingen und standen nach der 22:23 Niederlage mit leeren Händen da.

Das Verbandsligateam der SGSW begann mit großem Elan und hoher Konzentration die Auseinandersetzung mit den Kurpfälzerinnen. Die Weichselmann Truppe lag nach zehn Minuten mit fünf Toren in Front und alles lief nach Plan. Dann trat das erste Problem auf, denn die Spielmacherin der Gäste, Tabea Ernst, war mit der gewählten Abwehrformation nicht zu halten, sodass sich Werner Weichselmann entschloss, sie kurz decken zu lassen. Die Rechnung ging auf und bis zur Halbzeit setzte sich die Spielgemeinschaft erneut deutlich ab. Mit einem beruhigenden Vorsprung von 16:10 gingen die Gastgeberinnen in die Pause.

In der Kabine besprachen Team und Übungsleiter die weitere Vorgehensweise und starteten voller Zuversicht in den zweiten Durchgang. Doch das HSG Team hatte seine Strategie für die zweite Halbzeit überarbeitet. Sie schafften es nach Wiederanpfiff immer wieder den Abwehrverbund mit fünf Spielerinnen zu düpieren, da die SGSW nicht kompakt auftrat. Die Schützlinge von Trainer Wolfgang Koch arbeiteten dann verbessert in der Rückwärtsbewegung und verhinderten damit oft die schnellen Gegenstöße der SG Mädels. Den Zuschauern bot sich ein ähnliches Bild wie zuletzt gegen Leimen. Der Tabellendritte aus Stutensee-Weingarten hatte zusehends Schwierigkeiten im Angriff. Die Versuche wurden zu schnell und überhastet abgeschlossen, die Mädels lieferten unsaubere Abspiele ab und eröffneten so den Gegnerinnen Chancen zu Kontern. Der Vorsprung schmolz langsam dahin, obwohl die Heimmannschaft immer wieder Tore nachlegen konnte. Zehn Minuten vor dem Ende war es dann soweit, die HSG kam beim 19:19 durch ihre erfolgreichste Werferin Ernst zum ersten Mal zum Gleichstand. Die Schlussphase entwickelte sich zum Kampf pur. Zu allem Unglück kassierten die Weichselmann Mädels ausgerechnet zum falschen Zeitpunkt noch eine Zeitstrafe und gerieten dadurch mit zwei Toren in Rückstand. Trotz aller taktischen Bemühungen erholte sich das Team davon nicht mehr und verlor recht unglücklich mit 22:23, ein Spiegelbild zum Herrenspiel am Vortag.

Werner Weichselmann bilanzierte nach Spielschluss: „Wir haben uns selbst geschlagen, da wir in der zweiten Halbzeit einfach keine Mittel mehr fanden, in die Nahtstellen der gegnerischen Abwehr zu gelangen. Auf der anderen Seite entblößten wird unsere Deckung und luden so zum Torewerfen ein. Sechs Treffer im zweiten Durchgang sind einfach zu wenig um eine Partie für sich zu entscheiden. In der nächsten Woche geht es nach Eggenstein und wenn wir nicht ganz schnell und ausgiebig aus unseren Fehlern lernen und bessere Strategien entwickeln, wird es dort sehr schwer. Die Begegnung beim Schlusslicht wird auf keinen Fall ein Selbstläufer.“

Für die SGSW spielten:  Michelle Wehrum, Emilia Baumann (7/5), Kim Laura Fetzner (2), Julia Telatinski (2), Nina Leyerle, Selina Gerber, Lea Burkard (1), Lena Hofmann (2), Ramona Dinges, Laura Friedrich (4), Maja Pfannendörfer, Carolin Richter (1), Selina Haak (3)

Berichte: SG Stutensee/Weingarten
Bild: SG Stutensee/Weingarten, cls