Gibt es bald das „Görner-Wegle“?

Antrag des Bürger- und Heimatvereins auf Wegbenennungen liegt im Verwaltungsausschuss.

Der Ort Weingarten liegt zwischen zwei rebenbewachsenen Hügeln, dem Katzenberg und dem Kirchberg. Schon früh dehnte sich die Besiedlung auch auf diese Höhenlagen aus und es entstanden Zugänge von unten nach oben und umgekehrt. Ziemlich versteckt zwischen zwei Häusern in der Durlacher Straße und fast nur für Ortskundige sichtbar, liegt der Einstieg in einen schmalen, nur 1,20 Meter breiten Treppengang. Hinter einer Sperre aus Metallpfosten beginnt der Aufstieg über rund 120 Stufen bis zum HansThoma Weg. „Der Weg wurde erst in den 70er Jahren ausgebaut“ erinnert sich die Anwohnerin Irmtraud Atz. Gelegentlich werde er noch von Schulkindern, die auf dem Eisberg und in der Kirchbergstraße wohnen, genutzt, fährt sie fort, sofern diese nicht an der Hauptstraße entlang bis zur Ampel an der Bundesstraße laufen. Aber früher sei dieser Weg nur ein Trampelpfad gewesen und die Leute hätten vom „Pfädle“ gesprochen. Bevor die Häuser am Hang gebaut wurden, habe das Pfädle zwischen Obstbäumen, Weinbergen und Kartoffeläckern zum Kirchberg geführt. Auch vom „Laubscher Weg“ hätte der Volksmund gesprochen. Mittlerweile hat der Bürger- und Heimatverein das aufgegriffen und bei der Gemeinde einen Antrag gestellt, diesen Weg offiziell „Laubscher Wegle“ zu nennen. Nicht minder reizvoll ist ein zweiter Weg, der unmittelbar neben dem alten Schulhaus (Kirchstraße 27, heute Anwesen Krumes) einsteigt und in die Höhe führt. Auch er mündet oben in den Hans-Thoma-Weg und damit in die Kirchbergstraße, die von dieser Einmündung aus nach links zum Winzerkeller führt. An diesen Weg im Urzustand erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende des Bürgerund Heimatvereins, Klaus Geggus. Dieser Weg, der heute über viele Betonstufen die Kirchstraße und die Kirchbergstraße verbindet, sei bis in die 50er Jahre hinein für die Jugend im Winter eine ellenlange Schlittenbahn gewesen. Am oberen Ende sei man auf „Görners Wies“, auf der damals noch Ziegen geweidet hätten, gestartet. Der Weg sei damals noch nicht betoniert gewesen, aber er wurde als Fußweg mit Natursteinen zur Abkürzung auf den Kirchberg benutzt. Der Weg führte schnurgeradeaus, denn das Gebäude der Winzergenossenschaft gab es damals noch nicht, das entstand erst 1957. Weil er aber an Görners Grundstücken vorbeiführte, schlägt der Bürger- und Heimatverein vor, diesen Treppenweg „Görner-Wegle“ zu benennen. Der dritte Weg liegt weiter östlich. Auch er beginnt mit einer Treppe unmittelbar zwischen den Anwesen Am Alten Friedhof 2 und 4. Da Nummer zwei in früherer Zeit die Schlosserei Meyer beherbergt hatte, soll dieser Weg, der nicht ausgebaut ist und am Ende der Treppenstufen schon nach kurzer Zeit nur als Erdweg steil nach oben führt, Schlosser-Meyer-Weg heißen. Der Bürger- und Heimatverein hat die Benennung dieser drei Wege beantragt, der Antrag liegt der Gemeinde vor und wird zu einem späteren Zeitpunkt im Verwaltungsausschuss behandelt werden.

Text:TBR

Bild:Archiv