Gemeinde will Tagespflegepersonen unterstützen

Bericht der Gemeinde Weingarten – aus dem Verwaltungsausschuss:

Platzpauschale für Tagespflegepersonen

Die Zahlen der aktiven Tagespflegepersonen (TPP) sind in Weingarten weiter rückläufig. Aber sie werden als Ergänzung zu den bestehenden Einrichtungen für Kinderbetreuung dringend gebraucht. Somit hat sich der Verwaltungsausschuss des Themas angenommen. „Der springende Punkt ist eine auskömmliche Bezahlung der Leistungen“ fasste Bürgermeister Eric Bänziger zusammen. In 2020 werden es in Weingarten nur noch vier Personen sein, zwei davon werden in einem kleineren begrenzten Rahmen betreuen. In 2019 haben fünf Personen insgesamt 15 Kinder betreut, davon elf im Alter von null bis drei Jahren und vier im Alter von drei bis sechs. Sechs Anfragen sind noch offen. Bei vielen Tagesmüttern seien wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend, diese Tätigkeit zu beenden. Die Einkünfte sind steuer- und sozialversicherungspflichtig. TPP gelten in der gesetzlichen Krankenversicherung als nebenberuflich selbständig Tätige ohne Anspruch auf Krankengeldzahlung und zahlen rund 36 Prozent Sozialversicherungsbeiträge bei voller Versicherungspflicht. Es bestehe daher dringender Handlungsbedarf, die Situation der TPP in Weingarten zu stärken und gleichzeitig weitere Tagespflegepersonen zu akquirieren. Hierzu hat der Tageselternverein zwei Fördermodelle entwickelt: Platzpauschalen und „TigeR“ (Tagespflege in anderen geeigneten Räumen). Irene Zibold vom Tageselternverein Bruchsal e.V. hat das Modell der Platzpauschale dem Verwaltungsausschuss in öffentlicher Sitzung vorgestellt. Dieses Modell ermögliche der Kommune, den Betreuungspersonen sichere Rahmenbedingungen zu bieten. Es habe zum Ziel, Kontinuität bei bestehenden Betreuungsplätzen zu schaffen, neue Tagespflegepersonen zu gewinnen und damit das Angebot von Betreuungsplätzen zu erweitern.

Den Tageseltern gelte es, verlässliche Einkommensstrukturen zu schaffen, die Kinder durch qualifizierte Tageseltern mit Bildungsauftrag zu betreuen und flexible, bedarfsgerechte Betreuungszeiten zu schaffen. Die Höhe der Förderung orientiere sich an der Betreuungszeit. Für drei Tage pro Woche für einen Halbtagesplatz beträgt sie 48 Euro monatlich, bei einem Ganztagesplatz 72 €. Für vier Tage pro Woche beträgt ein Halbtagesplatz 64 Euro monatlich, ein Ganztagesplatz 96 € und für fünf Tage pro Woche sind es 80 Euro monatlich für einen Halbtagesplatz und 120 Euro monatlich für einen Ganztagesplatz. Dazu kommt ein von der Betreuungsdauer unabhängiger Flexibilitätszuschlag von 40 Euro monatlich. Die maximale Fördersumme beträgt 800 Euro pro Monat. Unter Berücksichtigung von zwei neuen TPP sind im Weingartner Haushalt 2020 rund 15.000 Euro für die Einführung der Platzpauschale zu bereitzustellen. Das kommunale Fördermodell „TigeR“ wurde ebenfalls erläutert, aber es sei noch nicht gelungen, geeignete Räumlichkeiten mit 90 bis 100 qm in Weingarten anzumieten. Die Ausschussmitglieder befürworteten die Einführung einer Platzpauschale einstimmig. Jörg Kreuzinger (CDU) und Carolin Holzmüller (FDP) lobten die Sicherheit für die pflegenden Personen, Timo Martin (WBB) sprach an, dass diese Form der Kinderbetreuung auch für die Kommune die günstigste sei. Wolfgang Wehowsky (SPD) sagte, es sei das Interesse des Gemeinderates, die Tagespflege in Weingarten zu erhalten, kritisierte aber, dass im Krankheitsfall die Bezahlung nur über eine eigene Zusatzversicherung gesichert sei.

Bild: Symbolbild, Pixabay
Bericht: Gemeinde Weingarten, Aus dem Verwaltungsausschuss