Gaffern Einhalt gebieten: Sichtschutzwände für die Feuerwehr

Eine gute und nützliche Sache, nicht nur für die Empfänger, sondern
auch für die Allgemeinheit, übergab der Verein „HelfenKannJeder“
an die Weingartner Feuerwehr: Eine von insgesamt fünf Sichtschutzwänden, die Unfallszenen mit Personenbeteiligung vor ungewünschten Blicken schützen sollen. Solche Wände hatte sich die Weingartner Wehr gewünscht und bei ihrem Tag der Offenen Tür in 2018 bereits beworben, denn das Verhalten von Gaffern werde immer unerträglicher, berichtete die Feuerwehr damals.

Jetzt sind diese Wände eingetroffen. „Sie sind ein Mehrwert für die Einsatzkräfte, die dahinter ungestört arbeiten können und sie sind dazu da, die Würde der Betroffenen zu schützen“, erklärte David Domjahn, Mitglied im Vorstand und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Technischen Hilfswerks Karlsruhe. Die acht Meter breiten und zwei Meter hohen Kunststoffbahnen
sind mittels eines Stangensystems binnen einer Minute aufgestellt
und bilden dadurch keine zeitliche Belastung für die Einsatzkräfte.
„Außerdem halten sie den Verkehr auf der Gegenfahrbahn flüssig,
weil es nichts zu sehen gibt und tragen somit auch zur Verhinderung
von Nachfolgeunfällen bei“, ergänzte Carsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender von „HelfenKannJeder“ und Leiter des Sanitätsdienstes beim ASB Karlsruhe.

Finanziert wurde die Anschaffung durch ein Crowdfunding und einige Großsponsoren. Bundestagsmitglied Christian Jung wies auf die „Spontanhelferfunktion“ hin. Über die Platt-form könne eine Hilfsorganisation in kurzer Zeit Helfer rekrutieren, beispielsweise eine Feuerwehr, die Helfer brauche zum Füllen von Sandsäcken in einem Hochwassereinsatz. Darum wurde der Verein mit dem Ehrenamtspreis „Helfende Hand“ des Bundesinnenministeriums ausgezeichnet. Wichtig sei, betonte Schmidt, dass die Plattform
über einen „Helf-O-Mat“ Interessenten jeden Alters und jedes Talents vermitteln könne. Am „Tag der Rettungskräfte“ hat David Domjahn die Spende von vorerst drei Wänden – zwei weitere folgen zu einem späteren Zeitpunkt – der Feuerwehr mit einem symbolischen Sandsack übergeben. Bürgermeister Eric Bänziger sagte „danke, dass dieser Verein für seine Arbeit hier in Weingarten ein praktisches Ziel gefunden hat“. Die Weingartner Feuerwehr betreut den Autobahnabschnitt von Karlsruhe bis Bruchsal und ist dort sehr häufig im Einsatz. Feuerwehrkommandant Günther Sebold lobte den großen logistischen Vorteil der kleinen Zauneinheiten. Sie seien gegenüber großen Bauzäunen, die erst herbeigebracht werden müssten, wesentlich leichter und
schneller aufgebaut.

Text: Turmbergrundschau, Marianne Lother
Bild: Symbolbild