Foodsharing – geht jetzt auch in Weingarten!

Foodsharing jetzt auch in Weingarten – die Infos findet Ihr im nachfolgenden Bericht aus der Turmbergrundschau, dem Amtsblatt der Gemeinde Weingarten: 

Seit kurzem steht auch in Weingarten ein Fairteilerschrank. Aufgestellt wurde er von der Initiative foodsharing an einem Standort in der Schafstraße.

Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln
Die TBR sprach mit Barbara Leichsenring, der Initiatorin von foodsharing im Bezirk Karlsruhe und Botschafterin für den Bezirk Bruchsal. „Foodsharing ist eine Umweltinitiative, die sich der Verschwendung von Lebensmitteln annimmt“, erklärt sie. Es geht darum, Lebensmittel, die lediglich aus Überschüssen entstanden, aber noch verwendbar und genießbar sind, vor der Abfalltonne zu retten. Die Initiative entstand 2012 in Berlin, mittlerweile machen weit über 25.000 Freiwillige in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sogenannte foodsaver, diese Initiative zu einer internationalen Bewegung.

Lebensmittelverschwendung ist allein in Deutschland ein großes Problem.  Etwa ein Drittel aller Lebensmittel werden verschwendet. Nicht nur das Lebensmittel an sich wird weggeworden, sondern auch die Ressourcen, die in Anbau, Ernte, Verpackung, Transport und Lagerung geflossen sind. Foodsharing sensibilisiert für das Thema soweit möglich bei allen Akteuren, mit denen die Initiative in Kontakt steht. Bei unterschiedlichen Aktionen machen die MitstreiterInnen auf die unglaubliche Verschwendung in der Gesellschaft aufmerksam und bieten Lösungsansätze an. Ziel ist, auf persönlicher Ebene durch Aufklärung ein Umdenken und verantwortliches Handeln anzustoßen.

In Deutschland landen jährlich rund 12 Mio Tonnen Lebensmittel im Müll, das sind pro Kopf etwa 75 Kilogramm und in der Summe entspricht das einem Wert von 20 Milliarden Euro.

Was geht in Weingarten?
Der Weingartner Schrank ist der achte im Landkreis Karlsruhe. Er befindet sich auf einem Privatgrundstück in der Schafstraße 5 in einer offenen Scheune und ist zwischen 8 und 18 Uhr zugänglich. „Was in den Schrank hineinkommt, darf zwar das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, muss aber trotzdem einwandfrei sein“, lautet die erste der Fairteilerregeln, die gut sichtbar neben dem Schrank angebracht sind. „Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass nur das in den Schrank kommt, was man selbst essen möchte“, fügt Leichsenring hinzu. Die Entnahme geschieht anonym. Niemand, der etwas herausnimmt, muss sich dazu als bedürftig outen und vor niemandem rechtfertigen. Darin liegt der Unterschied zu den Tafeln, die einen Nachweis verlangten. „Aber die Tafeln haben stets Vorrang“, betont Leichsenring. Die Fairteilerschränke seien keinesfalls als Konkurrenz zu betrachten. Vielmehr stünden sie am Ende der Kette, danach komme nur noch die Tonne. Dennoch müsse auch ein Fairteilerschrank betreut und gepflegt werden, wobei betont wird, dass weder foodsharing als Organisation noch der jeweilige Standort eine Haftung übernehmen. Als 2019 der Bezirk Bruchsal gegründet wurde, kam Weingarten als Standort mit Interesse an Nachhaltigkeit in den Fokus. Am Nachhaltigen Samstag war Foodsharing  ebenfalls mit einem Stand vertreten und kam mit dem Veranstalter „flurkultur“ und der Vertreterin von „Gutes Gemüse“ in Kontakt. Ansprechpartnerin war Mona Meier, die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz. Sie könne sich vorstellen, dass dieses Konzept auch in Weingarten gut angenommen werde, sagte sie und wurde ein „Foodsaver“.

 

Teamarbeit bei der Betreuung

Zusammen mit einem Team von zehn foodsavern, die sich stundenplanmäßig absprechen, betreut sie den Schrank. Eine genaue Liste an der Tür des Schrankes weist aus, was eingelegt werden darf und was nicht. Ein großer Posten beispielsweise ist Brot und Kleingebäck, was nur in saubere Tüten gepackt abgegeben werden darf. Die Weingartner Fairteilerstelle erhält auch Lieferungen von Lebensmittelhändlern und Märkten. Das Team sortiert ein, kontrolliert den Schrank täglich, was nicht abgeholt wurde und nun tatsächlich verwertet werden muss und achtet auf Sauberkeit und Hygiene. Da sich der Schrank auf einem Privatgelände befindet, sollten Nutzer und Anlieferer der Familie gegenüber Respekt im Sinne von rücksichtsvollem Verhalten erweisen. Außerdem wird gebeten, die schmale Gasse nur mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto zu befahren.

Möchten Sie spenden?
Foodsharing ist kostenlos.  Dennoch entstehen der Initiative Kosten für den Schrank, für Putzmittel und Beleuchtung. Wer spenden möchte kann über paypal auf die Adresse g.maszewski@foodsharing.newtwork spenden. Bitte FT Weingarten angeben, damit die Spende ankommt.

Foto und Bericht: Marianne Lother, Turmbergrundschau