Fiasko im Final-Hinkampf: Nachbericht des SVG

Fiasko im Final-Hinkampf: Germanen mit dem Rücken zur Wand
Das berichtet der SV Germania Weingarten:
Der Schock stand den Germanen in die Gesichter geschrieben. Wie ein geprügelter Hund schlich Alejandro Valdes von der Matte in der Wilfried-Dietrich-Halle. Die in dieser Höhe nie und nimmer erwartete Niederlage des Kubaners im letzten Duell vor der Pause bedeutete für die Weingartener den Genickbruch. Am Ende des Final-Hinkampfs der Deutschen Ringerliga stand ein 15:7 für den VfK Schifferstadt.

So viel hatten sie sich vorgenommen, so viel lief an diesem Abend von Anfang an gegen die Germanen. Reineri Andreu beispielsweise bestritt gleich zum Auftakt einen dieser 50:50-Kämpfe, in denen die Nordbadener punkten mussten, um das Gefecht mit dem hochkarätig besetzten VfK-Ensemble offen zu halten. Doch der Kubaner unterlag dem ehemaligen EM-Dritten Georgi Vangelov hauchdünn mit 0:1. Auch sein Landsmann Oscar Pino hätte im Superschwergewichts-Duell mit Jakobi Kajaja zwei Mannschaftspunkte einheimsen können, musste sich letztlich aber mit einem 2:1 begnügen. Und Shamil Musaev startete gegen Vize-Europameister Alexander Hushtyn zwar furios, gab in der Schlussphase eine sicher geglaubte 5:1-Führung aber fast noch aus der Hand und holte auch „nur“ einen Zähler. Ganz bitter lief’s für Maxim Mamulat. Eine Niederlage gegen den starken Russen Sanal Semenov hatten die Weingartener zwar eingeplant. Dass Mamulat derart chancenlos agieren und schlussendlich sogar auf den Schultern landen würde, aber nicht. Ganz zu schweigen von den vier Mannschaftspunkten, die Publikumsliebling Valdes abgeben musste. Das Duell zwischen dem WM-Dritten und Vize-Weltmeister Bairang Punia aus Indien war mit Spannung erwartet worden – und endete aus Weingartener Sicht in einem Fiasko. Nach vier Minuten war Valdes mit seinen Kräften am Ende und den starken Griffen seines letzten WM-Halbfinal-Gegners hoffnungslos ausgeliefert. Der feierte zum Liga-Einstand einen Sieg durch technische Überlegenheit und schraubte das Halbzeit-Ergebnis so auf 9:2 für die Gastgeber.

Jan Fischer verkaufte sich beim 0:4 im ersten Kampf nach der Pause gegen den mehrfachen WM- und EM-Medaillengewinner Lasha Gobadze zwar teuer. Der „Vierer“, den Johnny Panait anschließend gegen den bärenstarken Ramaz Zoidze kassierte, war dann aber endgültig einer zu viel, um nochmal einen Fuß in die Tür zu bekommen. Der zweimalige U-23-Europameister fertigte Weingartens Dauerbrenner mit 15:0 ab, die Schifferstädter zogen auf 15:2 davon und im Lager der Gäste verflog allmählich auch der letzte Optimismus. Immerhin: Die Germanen bewiesen Moral und gewannen die letzten drei Duelle des Abends. Arsen-Ali Musalaliev setzte sich mit 7:4 gegen Alik Shebzukov durch, Magomed Kadimagomedov nach einem technisch ganz feinen Vortrag mit 8:1 gegen Vasyl Mykhailov. Den Schlusspunkt setzte Karapet Chalyan mit einem ungefährdeten 4:2 über Kazbek Kilov. Dass auch der Armenier dabei noch einen möglichen weiteren Mannschaftspunkt liegen ließ, passte aus Sicht der Gäste ins Gesamtbild. „Wir wussten, dass uns eine Herkulesaufgabe erwarten würde. Da brauchst du in den engen Momenten einfach auch mal Glück. Das fehlte uns komplett“, analysierte Weingartens sportlicher Leiter Sebastian Mayer hinterher.

Während sich die zahlreich mitgereisten SVG-Fans die Stimmung nicht verderben ließen und ihr Team auch Minuten nach dem Kampf noch frenetisch feierten, steckte die sportliche Führung schon wieder die Köpfe zusammen. Beim Final-Rückkampf kommenden Samstag (19.30 Uhr) in der Walzbachhalle brauchen die Weingartener nicht nur taktisches Geschick und Glück, sondern ein mittelgroßes Wunder, um doch noch den vierten Titel zu holen.

Bericht: SV Germania Weingarten