Ferienspaß: Gemeinderat für einen Tag

Bericht aus der TBR: Anschauungsunterricht par excellence in Sachen Kommunalpolitik erhielten zwölf Jungen und Mädchen im Ferienspaß „Gemeinderat für einen Tag

den die junge Gemeinderätin Carolin Holzmüller angeboten hatte. Es ging natürlich darum, Entscheidungen zu treffen.

Nämlich, ob „Walzbachdorf“ eine Skateanlage bauen soll oder nicht, an welchem Standort und was sie kosten darf. Die junge Gemeinderätin hatte die fiktive Szenerie hervorragend vorbereitet. Tatsächlich war ein ganzer Tag dafür vorgesehen, eine Herausforderung für Jugendliche zwischen acht und 12 Jahren. Aber sie blieben bei der Stange. Holzmüller war die Bürgermeisterin, die Kinder nahmen am Ratstisch Platz und wurden bestimmten Parteien zugelost. Es gab die „Ökologisch Soziale Partei“ (ÖSP), die „Partei für Soziale Demokratie (PSD), die „Christlich Konservative Volkspartei“ (CKV) und die „Demokratisch freiheitliche Partei“ (DFP). Ein Gemeinderat werde gewählt und habe bei seinen Entscheidungen das Wohl der gesamten Einwohnerschaft zu berücksichtigen, erklärte die Bürgermeisterin. Beschränkt werde das Gremium in seinen Entscheidungen vor allem durch das Geld, das für ein Jahr in einem Haushaltsplan festgelegt sei. Ruhig und interessiert folgten die Kinder ihrer Einführung.

Wie im echten Rat (vor dem digitalen Zeitalter) händigte Carolin jedem Kind eine Mappe aus. Diese enthielt die Tagesordnung, die Beschlussvorlagen, den Sachverhalt und als kleine Hilfestellung zur Orientierung ein Profil der jeweiligen Partei. Dann ging es an die Arbeit, sprich, an das Planspiel: Wollen wir einen Skatepark? Für welche Zielgruppe ist er gedacht? Hat die Gemeinde Geld? Wo soll er hin? Warum gerade dort? Welcher Standort wäre besser? So zerpflückten die jungen Gemeinderäte in ihren Gesprächen die Vorlage der Verwaltung, suchten nach Lösungen und es gab eine lebhafte Diskussion.

Carolin rief die einzelnen Fraktionen auf, ihre Stellungnahme abzugeben. Die DFP meinte, der Skatepark – in der Vorlage mit 50.000 Euro veranschlagt – sei zu teuer. Man solle die Sache einem Verein übergeben, der dann Kurse anbieten könne. Die Gemeinde könne allerdings einen Kiosk bauen, der Geld einbrächte. Die CKV schlug vor, zu der Skatebahn noch eine Halle für Schlittschuhlaufen zu bauen und zur Finanzierung eine Spendenbox aufzustellen. Die PSD befürwortete im Grundsatz diese Halle, wies aber auf hohe Folgekosten hin und die ÖSP auf weitere Versiegelung des Bodens. Die ÖSP wandte sich allerdings gegen den Standort der Verwaltung im Industriegebiet, sondern würde einen Standort in der Grünfläche an der Schule bevorzugen, wofür sie Ausgleichsmaßnahmen vorschlug.

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung hatten die jungen Gemeinderäte sehr schnell begriffen, dass zwischen Wünschen und Machbarkeit manchmal große Distanzen liegen und dass bei jeder Entscheidung vielerlei Aspekte zu berücksichtigen sind und sorgfältig abzuwägen sind.

Text: Mariane Lother

Bild: Mariane Lother