Es läuft wieder: Wasserrad in neuem Look

Das Wasserrad läuft wieder – Bericht aus der TBR:

Nachdem das Rad längere Zeit aufgrund von Wartungsarbeiten still stand, hat der Bauhof Anfang der Woche endlich grünes Licht geben können. Die Turmbergrundschau gibt im nachfolgenden Bericht noch einmal einen Überblick zur Sehenswürdigkeit am Walzbach:

Insgesamt fünf Mühlen gab es früher in Weingarten entlang des Walzbachs – angetrieben durch Wasserkraft. Mit dem Einzug der Elektrizität waren die Mühlräder überflüssig – und verschwanden nach und nach aus dem Ortsbild. 1994 hatten Ernst Wolf und Ewald Gablenz die Idee, an der ehemaligen „Untermühle beim Gailbumber“, der wohl ältesten Mühle Weingartens, wieder ein Wasserrad zu installieren. Die Konstruktion aus Stahl, Edelstahl und Holz plante das Ingenieurbüro Paul Wolf. 2002 konnte die Idee – unter anderem mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe – realisiert werden. Das Wasserrad am Walzbach gehört seitdem zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Weingarten.

Bauhofteam im Einsatz
Seit fast 20 Jahren ist das Wasserrad nun also fester Bestandteil des Ortsbilds – und war die meiste Zeit in Bewegung. Seit 2017 allerdings kam es zu mehreren Phasen des Stillstands. Wartungsarbeiten an der Hydraulik, der Mechanik und der elektronischen Steuerung mussten vorgenommen werden, um das Rad wieder zum Laufen zu bringen. Kleinere Wartungen konnten bislang vom ehrenamtlich arbeitenden Wasserrad-Team selbständig vorgenommen werden. Hier war nun aber der Einsatz von Fachfirmen nötig. In den letzten Wochen war zudem der Bauhof der Gemeinde Weingarten im Einsatz, um das Wasserrad wieder auf Vordermann zu bringen (wir berichteten).

Insgesamt 351 Arbeitsstunden haben drei Mitarbeiter des Bauhofs für Reinigungsarbeiten, den Austausch der Schaufeln und Streicharbeiten benötigt.

Muschelkalk setzte Holzschaufeln zu
Die Holzschaufeln des Wasserrads mussten im letzten Arbeitsschritt komplett entfernt und durch Kunststoffschaufeln ersetzt werden. Eine anspruchsvolle Arbeit, wie der Leiter des gemeindlichen Bauhofs, Dirk Pfirrmann berichtet. Die neuen Elemente aus Kunststoff mussten angepasst und millimetergenau gebohrt, sowie zum Abschluss geschliffen werden. Am ganzen Wasserrad und insbesondere an den Holzschaufeln hatten sich über die Jahre mehrere hundert Kilogramm Muschelkalk festgesetzt. Der kalkhaltige Boden – typisch für den Kraichgau – erläutert Paul Wolf, Konstrukteur des Wasserrads. Die Kunststoffschaufeln seien leichter zu reinigen und es bleibt weniger Sand und Kalk daran hängen, so Wolf.

Wasserrad läuft einwandfrei
Anfang der Woche dann der große Moment: Das Wasserrad drehte seine ersten Runden in neuem Gewand. „Wir sind froh, dass wir nach langem Hin und Her endlich unser Wasserrad wieder zum Laufen bringen konnten. Nachdem seit 2017 bereits mehrmals an der Mechanik gearbeitet wurde, haben wir mit dem Einsetzen der neuen Schaufeln nun hoffentlich dazu beigetragen, dass das Wasserrad für weitere Jahre einwandfrei funktioniert“, sagt Dirk Pfirrmann, Leiter des Weingartner Bauhofs. Mit dem ersten Testlauf waren alle Beteiligten zufrieden – jetzt kann das Wasserrad wieder wie gewohnt seine Runden drehen – und seinen Beitrag zu umweltfreundlicher Energieerzeugung leisten. Zumindest im Kleinen.

Laut Bürger- und Heimatverein werden pro Jahr je nach Wasserzuführung vom Walzbach 4.000 bis 9.000 kWh ins Netz eingespeist, welche durch den lokalen Energieanbieter vergütet werden.

In Zukunft wird der Bürger- und Heimatverein gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Wasserrad-Team, sowie der Bauhof der Gemeinde Weingarten in engem Kontakt mit Konstrukteur Paul Wolf das Wasserrad im Blick behalten um gegebenenfalls sofort reagieren zu können, sollte die Sehenswürdigkeit am Walzbach mal nicht mehr rund laufen.

Ein offizieller Eröffnungstermin gemeinsam mit der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, die die Reparatur des Wasserrads mit Spenden möglich gemacht hat, steht noch aus.

Bericht: Turmbergrundschau
Foto: MeinOrt