Erdöl in Weingarten? SPD lehnt Probebohrungen ab

Die Firma Rheinpetroleum GmbH vermutet in Weingarten, bzw. auf einem Feldstück zwischen Weingarten und Untergrombach ein unterirdisches Erdölvorkommen. Mit Probebohrungen möchte die Firma jetzt genau herausfinden, ob und wie viel Erdöl sich möglicherweise auf der Gemarkung befindet. Das Verhindern der Probebohrungen vonseiten der Gemeinde ist aus rechtlichen Gründen schwierig – die Entscheidung liegt nicht alleine bei der Kommune. Viele Fraktionen im Gemeinderat sind aber gegen die Probebohrungen –  so auch die SPD. Nachfolgend findet Ihr die Stellungnahme:

„Wir lehnen eine Probebohrung entschieden ab, weil Auswirkungen auf unsere Umwelt- und Ökosysteme nicht ausgeschlossen werden können“ so Uwe Presler und Wolfgang Wehowsky gemeinsam. Es dürfte nicht unbekannt sein, dass sowohl der SPD-Ortsverein als auch die SPD-Fraktion den Erdölprobebohrungen ablehnend gegenüberstehen. In einem ersten Durchlauf im Gemeinderat vor über einem Jahr haben wir deshalb diese Bohrung aus grundsätzlichen Erwägungen einstimmig abgelehnt. Rhein-Petroleum hat dennoch die Vorbereitungen für die Erdölförderung und das Genehmigungsverfahren beim Bergamt weiter vorangetrieben, was seitens der Gemeinde nicht zu verhindern war. Die weitere Berichterstattung der Firma im Gemeinderat ließ erwarten, dass eine positive Entscheidung des Landes-Bergamtes in Freiburg unmittelbar bevorstehe. Dies war jedoch bislang nicht der Fall. Vielmehr war erneut seitens der Gemeinde in das Bergrechtliche Genehmigungsverfahren einzusteigen, da sich die technischen Voraussetzungen für die geplante Erprobungsbohrung geändert haben. Mehrheitlich hat sich der Gemeinderat am 24.09.2018 für die Durchführung der Probebohrung entschieden.

Für die SPD-Fraktion hat Wolfgang Wehowsky die erheblichen Bedenken gegen eine Erdölprobebohrung und eine eventuelle Förderung bekräftigt. Sie werden von der Fraktion der Grünen Liste mitgetragen.

Dazu gehören im Wesentlichen

  • Sorge um die Verschmutzung unseres Baggersees mit nicht abzusehenden ökologischen Folgen,
  • wertvolle Mineralstoffe, wie dieses auf unserer Gemarkung vermutete hochwertige Erdöl, sollten bezüglich einer Entscheidung über dessen Gewinnung den uns nachfolgenden Generationen überlassen werden,
  • eine mögliche Gefährdung oder Beeinträchtigung des Trinkwasserschutzes benachbarter Kommunen (siehe hierzu die Bedenken der Stadt Bruchsal).

Anmerkung:  Die Stadt Bruchsal lehnt die Erdölbohrungen ebenfalls entschieden ab – die Verantwortlichen befürchten eine Verunreinigung der Grundwasservorkommen.

Quelle: SPD Weingarten (Uwe Presler)
Bild: Symbolbild Pixabay