Emotionales Ende: Schifferstadt siegt, Germania feiert!

Das berichtet der SVG:


„Steht auf, wenn ihr Germanen seid!“, hallte es durch die proppenvolle Walzbachhalle. Es lief bereits das letzte Duell des Abends, die Entscheidung um den Titel in der Deutschen Ringerliga war längst gefallen – und von Enttäuschung doch nicht viel zu spüren. Der VfK Schifferstadt ist nach einem 9:6 im Final-Rückkampf erstmals seit 14 Jahren wieder Meister, Weingarten stolzer Zweiter.

Natürlich hatten die Germanen aufs Wunder vom Walzbach gehofft, wirklich daran geglaubt hatten sie aber wohl nicht mehr. Zu groß war der Rückstand, den sie nach der 7:15-Klatsche im Hinkampf eine Woche zuvor in der Wilfried-Dietrich-Halle hätten aufholen müssen. Zu stark war der Kader der Schifferstädter. Zu groß waren die eigenen personellen Probleme. Und doch spürte man von der ersten Sekunde weg an diesem Samstagabend wieder einmal, welche Wucht dieser Verein entwickeln kann. Pyro-Show beim Einmarsch der Athleten, Nationalhymne, Schlachtgesänge aus dem Fanblock. Es herrschte absolute Gänsehaut-Atmosphäre in der Walzbachhalle und Luis Orta ließ sich davon beflügeln, bescherte den Germanen mit einem ungefährdeten 6:2 über Zhora Abovian im ersten Kampf des Abends den gewünschten Start. Auch Magomedgadzhi Nurasulov mühte sich im Superschwergewicht gegen den knapp zwölf Kilogramm leichteren und entsprechend beweglichen Alexander Hushtyn zu einem 2:1-Erfolg. Doch dann kamen die ersten Rückschläge. Vasyl Shuptar zog sich beim 0:7 gegen Zelimkhan Abakarov zwar achtbar aus der Affäre. Maksim Safaryan musste sich in einem der 50:50-Duelle, aus denen die Weingartener schon im Hinkampf zu wenig mitgenommen hatten, aber dem Olympia-Dritten Javid Hamzatov mit 1:2 geschlagen geben. Auch Maxim Mamulat ging gegen Sanal Semenov trotz erheblicher Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche als Verlierer von der Matte. 6:12 hieß es am Ende dieses von beiden Seiten hitzig geführten Griechisch-römisch-Gefechts – und zur Pause damit 5:3 für Schifferstadt.

Den zweiten Durchgang eröffnete Arsen-Ali Musalaliev mit einem denkbar knappen Sieg über Alik Shebzukov. Für eine mögliche Wende war der eine Mannschaftspunkt, den er den Weingartenern erkämpfte, allerdings zu wenig. Zu wenig hatte eine Woche zuvor auch Freistil-Ass Alejandro Valdes gegen Bajrang Punia gezeigt – vor allem in Sachen Kondition. Zwar konnte der kubanische Publikumsliebling das Duell zwischen dem WM-Dritten und WM-Zweiten diesmal offener gestalten, letztlich verlor er gegen den ausgebufften Inder aber erneut mit 4:11. Für die endgültige Entscheidung im Titelrennen sorgte anschließend Schifferstadts Lasha Gobadze. Mit 6:2 setzte er sich gegen Weingartens zähen Defensivkünstler Jan Fischer durch und brachte so den Vorsprung der Pfälzer ins Ziel. Karapet Chalyan mit einem 5:3 über Kazbek Kilov und Edeltechniker Magomed Kadimagomedov mit einem 4:2 über Vasyl Mykhailov betrieben aus Sicht der Gastgeber zwar noch etwas Ergebniskosmetik. Am letztlich – vor allem aufgrund des einseitigen Hinkampfs – verdienten Titelgewinn der Schifferstädter war aber nicht mehr zu rütteln. Bemerkenswert: Während die Pfälzer den Pokal entgegennahmen, besangen auch die Germania-Fans ihre Lieblinge noch Minuten nach dem Kampf. In der gegenüber liegenden Mineralix-Arena wurde anschließend sogar noch bis in die Morgenstunden gefeiert.

Der SV Germania bedankt sich an dieser Stelle bei allen Freunden, Gönnern und Sponsoren, bei seinen zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und den treuen Fans für eine großartige zweite DRL-Saison. So sehr die vergangene schmerzte, so sehr heilte diese Runde die Weingartener Wunden. Viva Germania!

Text: SV Germania Weingarten
Bild: Archiv, MeinOrt