Dringend: Freundeskreis Asyl sucht Wohnungen

Dringend Wohnungen gesucht!

Das berichtet der Verein Freundeskreis Asyl:
Mehrere seit vielen Jahren obdachlose Familien und Einzelpersonen suchen derzeit dringend eine Wohnung. Sie wohnten bislang in gemeindeeigenen Wohnungen, die sie leider noch in diesem Jahr verlassen müssen. Die Räumung verläuft schrittweise, aber bis zum 1. November müssen alle draußen sein. Die jetzigen Unterkünfte stammen aus der Nachkriegszeit und sind aufgrund der maroden Bausubstanz nicht mehr renovierungsfähig. Auch die astronomisch hohen Heizkosten und Probleme mit Feuchtigkeit führten dazu, dass die Gemeinde sich entschlossen hat, die Häuser abzureißen, um Platz zu machen für etwas Neues.

Die Betroffenen werden in mittlerweile freigewordene gemeindeeigene Sammelunterkünfte verlegt, es sei denn, sie können noch rechtzeitig eine andere Wohnung nachweisen. Dann dürfen sie noch bis zum 1. November (dem Beginn der Heizperiode) in ihrer jetzigen Wohnung bleiben. Zu den Sammelunterkünften zählen auch die Wohncontainer in der Dörnigstraße. Dort gibt es keine abgeschlossenen Wohnungen sondern Zimmer in großen Wohneinheiten mit gemeinsamer Nutzung von Küche und Sanitäranlagen. Einzelpersonen haben dann kein eigenes Zimmer mehr sondern müssen sich einen Raum mit zwei oder drei Personen teilen.

Die Situation ist besonders für Kinder und Jugendliche hart, da sie ihre gewohnte, persönliche Umgebung verlieren. Das bekommt auch eine Mutter zu spüren, die mit ihren beiden heranwachsenden Söhnen schon seit 10 Jahren in der alten Wohnung lebt. Sie und viele andere Betroffene sind in Weingarten fest „verwurzelt“. Der Freundeskreis Asyl unterstützt die Obdachlosen in ihrem Bemühen, in Weingarten bleiben zu können und sucht Wohnungsbesitzer, die kurzfristig Wohnungen anbieten.

Zu den Problemen mit der eingeschränkten Privatsphäre kommt, dass nicht alle Möbel mitgenommen werden können. Die Räume in den Unterkünften sind kleiner als in den bisherigen Häusern, sie entsprechen dem aktuellen rechtlichen Mindeststandard für Obdachlose. Dennoch müssen die Betroffenen nicht fürchten, dass ihre Möbel sofort „entsorgt“ werden. Der Freundeskreis Asyl hat erreicht, dass die übrigen Einrichtungsgegenstände im bisherigen Haus bis zu dessen Abbruch eingelagert werden dürfen, sollten die Menschen in absehbarer Zeit Aussicht auf eine andere Wohnung haben.

Es handelt sich bei den alten Häusern um Übergangswohnungen, die den Bedürftigen „eigentlich“ nur befristet überlassen wurden. Allerdings wurde das von der Gemeinde bislang flexibel gehandhabt, wie im Fall der Mutter mit ihren Söhnen. Das Zeitfenster bis zur Verlegung in die Sammelunterkunft ist für einige sehr eng. Die Bewohner müssen deshalb umgehend eine neue Wohnung finden, wollen sie die Verlegung in die Gemeinschaftsunterkunft vermeiden.

Der Freundeskreis Asyl macht sich Sorgen, dass es zu großen sozialen Härten mit unabsehbaren langfristigen Folgen kommt. Deshalb der dringende Appell an alle Wohnungsbesitzer in Weingarten und Umgebung: „Lernen Sie die Menschen und ihre Schicksale kennen. Zeigen Sie Mitgefühl und geben Sie den Betroffenen und ihren Kindern eine Perspektive!“ Stellen Sie Ihre leer stehenden Wohnungen zur Verfügung!

Bericht: Freundeskreis Asyl Weingarten
Bild: Symbolbild, Pixabay