Drastische Maßnahme – Alligatoren im Walzbach sollen Nutriaplage eindämmen

Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das die Gemeinde Weingarten jüngst in die Wege geleitet hat, um der sich immer weiter ausbreitenden Nutria-Population im Walzbach Einhalt zu gebieten: Eine spezielle Rasse kleinwüchsiger Alligatoren soll ab sofort die Anzahl der schädlichen Nagetiere verringern.

In den letzten zehn Jahren haben sich die Nutriabestände in Deutschland nahezu verdoppelt. „Die Nagetiere verursachen Schäden an den Uferbereichen des Walzbachs“, begründet ein Sprecher der Gemeinde die Maßnahme. Ziel ist es daher, die Nutriabestände auf natürliche Weise zu reduzieren. „In anderen Regionen der Welt sind Alligatoren natürliche Fressfeinde der Nutria. Durch ihren vorübergehenden Einsatz können wir die Anzahl der Nutria verringern, ohne dass wir mit Chemikalien oder Fallen in das Ökosystem eingreifen müssen“, so die Gemeinde weiter.

Die beiden Alligatoren, die zu diesem Zweck zeitweise eingebürgert werden sollen, stammen von einer Farm im Südwesten Floridas. Mit einer maximalen Körperlänge von 1,10m sind sie wesentlich kleiner als die meisten ihrer Artgenossen. Sie machen ausschließlich Jagd auf Kleintiere im Süßwasser und in Ufernähe, heißt es auf dem Internetportal des Züchters. Von den Reptilien gehe keine Gefahr für den Menschen aus. Zudem sorgen Implantierte Chips dafür, dass die Tiere jederzeit geortet und nach Ablauf des Projekts wieder eingefangen werden können. Wir sind jedenfalls sehr gespannt auf den exotischen Zuwachs zu unserer Gemeinde, der bereits Anfang Mai an den Ufern am äußeren Rand von Weingarten ausgesetzt werden soll, und halten euch auf dem Laufenden.

Bild: Symbolbild