Diskussion um Schulentwicklungskonzept

Bericht aus dem Weingartener Gemeinderat:

Seit Jahren steht das Thema einer Erweiterung oder eines Neubaus des Schulhauses im Raum. Für eine Zwischenlösung wurden im Schuljahr 2017/18 Container aufgestellt und im darauffolgenden Jahr noch einmal aufgestockt. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Die WBB-Fraktion hat am 24. März den Antrag gestellt, die Verwaltung solle dem Gemeinderat aufgrund der prognostizierten demografischen Entwicklung verbindliche Zahlen des Raum- und Platzbedarfs zur Verfügung stellen. Dabei sollen auch mögliche politische Veränderungen wie beispielsweise die Einführung der Ganztagesgrundschule berücksichtigt werden und sie soll einen verbindlichen Zeitplan über den Ablauf der Entscheidungen erarbeiten.

Die Verwaltung schlug daraufhin vor, am 29. Juli eine Sondersitzung mit dem neu gewählten Gemeinderat einzuberufen, die ausschließlich diesem Thema gelte. Aber eine verbindliche Aussage zu treffen, sei sehr schwierig, ergänzte Bürgermeister Eric Bänziger. Dazu sei das Thema zu komplex. Die Komplexität beginne bei der Standortfrage, der Entwicklung der Gemeinschaftsschule, den Aussagen der evangelischen Kirche betreffend das Gemeindehaus
und ende bei der Möglichkeit einer Ganztagesgrundschule, die Mensa und Betreuungsräume erforderlich mache.

Das Ortsbauamt habe ein mögliches Ablaufschema erarbeitet, das mit dieser Bestandsanalyse beginne und eine Machbarkeitsstudie zur Verlagerung der Turmbergschule auf den Festplatz beinhalte. Dem stellte sich ein Antrag der Grünen Liste entgegen, den Sonja
Güntner vortrug. Die Grünen forderten, die Platzfrage nur auf die Ortsmitte zu beschränken und den Festplatz als Standort zu verwerfen. Wolfgang Wehowsky (SPD) pflichtete dem bei.

Das Gespräch am „Runden Tisch“ mit der Kirchengemeinde werde Klarheit bringen. Dann solle rasch an einer Erweiterung am bestehenden Platz gearbeitet werden. Nicolas Zippelius (CDU) hielt eine solche Beschränkung ohne Alternativen zu prüfen, für „verantwortungslos“ und Fritz Küntzle (CDU) wollte zumindest eine weitere Option offenhalten. Timo Martin (WBB) meinte, man könne nicht über einen Standort entscheiden, wenn der Bedarf nicht bekannt wäre. Zunächst sollten Fakten ermittelt werden.

Hierzu entgegnete Jürgen Holderer (Grüne), der Bedarf von 28
Klassenzimmern stehe fest. Bänziger erklärte, das gelte nur für 2020, weiter nicht. Es sei ein flexibles Konzept erforderlich, da sowohl bei Schülerzuwachs als auch bei Abnahme angepasst werden könne. Friederike Schmid (SPD) bestätigte das mit den Worten „so zu bauen, dass die Räume auch ganz anders nutzbar sind“. Dazu erklärte Gerhard Fritscher (CDU), er erwarte am 29. Juli eine
klare Richtungsvorgabe von der Verwaltung. Am Ende einigte sich das Gremium einstimmig auf den Vorschlag der Verwaltung, das Thema an diesem Tag in einer Sondersitzung zu bearbeiten. Der Antrag der Grünen fand dagegen keine Mehrheit.

Bericht aus dem Gemeinderat
Bild: Symbolbild, Pixabay