Borkenkäfer, Unwetter und Trockenheit: Kein gutes Jahr für die Forstwirtschaft

Das berichtet die Gemeinde aus dem Verwaltungsausschuss: 

Forstwirtschaftsplan 2019 vorgestellt und beraten
In den 15 Jahren seiner Beschäftigung bei der Gemeinde Weingarten habe er noch nie ein solch schweres Jahr erlebt, berichtete Gemeindeförster Michael Schmitt. Stürme warfen nicht nur Bäume, sondern auch Zäune um, was eine Menge zusätzliche Arbeit und finanziellen Aufwand für Zaunmaterial erforderte. Die extreme Trockenheit machte den Bäumen zu schaffen. Vor allem die Nadelhölzer hätten das Wachstum eingestellt und kämpften nur noch ums Überleben. Im Distrikt Waldersteig seien zahlreiche Fichten von einer Borkenkäferinvasion befallen. Für Kiefer und Fichte sei der Markt derzeit mit Massenware aus Österreich überschwemmt, so dass keine guten Erlöse zu erzielen seien. Auch das Eschentriebsterben setze sich fort. Darum könne Eschenholz auch nicht mehr an Selbstwerber vergeben werden, das sei zu gefährlich. Es werde alles zu Hackschnitzel verarbeitet. Aber er berichtete auch Positives. Eiche verkaufe sich derzeit sehr gut und er habe verschiedene Kulturen angelegt. Kulturen kosten einerseits viel Aufwand. Hierfür waren im Haushalt 25.000 Euro eingestellt und die Ausgaben betragen jetzt bereits 40.000. Aber die Kulturen seien die Zukunft des Waldes, griff Bürgermeister Eric Bänziger ein. Er bestärkte den Förster in seinem Tun und erinnerte, dass der Gemeinderat vor längerer Zeit schon beschlossen habe, dass derzeit in den Wald noch viel zu investieren sei, um das Niveau und die Qualität zu halten und auch künftigen Generationen etwas zu hinterlassen. Schmitt berichtete, er habe mit seinen Mitarbeitern Schwarznüsse gesammelt und gepflanzt. Die jungen Triebe hätten sich auf einer abgesteckten Fläche gut entwickelt, aber alle jungen Bestände hätten gewässert werden müssen. Aus seiner weiteren Arbeit berichtete er von der Verkehrssicherungsarbeit, vom Aufstellen von Infotafeln für Spaziergänger, von Tümpeln für die Gelbbauchunke und von neuen Brückenlagern in der Ungeheuerklamm. In Zahlen ausgedrückt sehe sein Haushaltsplan für 2019 eine Steigerung der Holzerlöse gegenüber 2018 um 10.000 Euro vor, dennoch bleiben die Gesamteinnahmen voraussichtlich um 22.000 Euro hinter dem Planansatz 2018 zurück. Bei den Ausgaben nehmen die Positionen Vergütung für Arbeitnehmer, Holzfällung und –aufbereitung sowie Kulturkosten die Spitzenplätze ein. Insgesamt erwartet Schmitt Ausgaben in Höhe von 413.200, was einen Zuschuss aus dem Gesamthaushalt von 137.700 Euro erforderlich macht. Der Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2019 soll nun auf dieser Basis in der Gemeinderatssitzung vom 06.11.2018 beschlossen werden.

Text: Gemeinde Weingarten
Bild: Symbolbild Pixabay