Baustellenampel Steigweg wird geprüft – News aus dem Rathaus

Der dritte Bauabschnitt des Großprojekts Jöhlinger Straße sorgte bereits vor seinem Beginn (der BA3 soll im Frühjahr 2020 beginnen) für Unmut in der Bevölkerung. Denn der Bauabschnitt vom Katzenbergweg bis vor zur B3 müsse während der Sanierungsmaßnahmen komplett gesperrt werden – die einzige Zufahrt zum Oberdorf wäre somit für rund 10 Monate Dauer der Steigweg. Aus verschiedenen Gründen (hier im Video zusammengefasst) ist die Befahrung des Steigwegs in beide Richtungen während der Bauzeit nicht mehr möglich, das haben Prüfungen gezeigt, so die Gemeinde bei der Infoveranstaltung Anfang November. Würde der Steigweg zur Einbahnstraße, ginge es für alle Oberdorf-Bewohner nur noch hinauf – ins Dorf müsste man den Umweg über Berghausen oder Untergrombach in Kauf nehmen. Nun möchte die Gemeinde Weingarten aber noch weitere Alternativen prüfen lassen, um eventuell doch noch eine Lösung zu finden. Gemeinsam mit der inzwischen entstandenen Bürgerinitiative “Unser Dorf soll nicht geteilt werden”, will man sich nach weiteren Prüfungen an einem runden Tisch zusammensetzen. Die Gemeinde Weingarten berichtet nach der Gemeinderatssitzung am Montag:

Aus dem Gemeinderat: Sachstand Umleitung Steigweg
Noch vor Eintritt in die Tagesordnung des Gemeinderates bat Wolfgang Wehowsky (SPD) den Bürgermeister um eine Sachstandsmitteilung in Sachen Umleitungsstrecke während des 3. Bauabschnittes der Jöhlinger Straße. Dasselbe Anliegen hatte die Sprecherin der Bürgerinitiative „Unser Dorf soll nicht geteilt
werden“ Frau Daum. Dazu erklärte Bürgermeister Eric Bänziger:
Nach der Bürgerinformation hat die Verwaltung eine ergänzende
Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben, da auch aus Sicht der Verwaltung insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende eine beidseitige Befahrung des Steigwegs eigentlich möglich sein müsste. Die zunächst vorgesehene Ampel mit vier Seiten auf der Bundesstraße 3 sei jedoch von den übergeordneten Behörden aufgrund des möglichen Rückstaus auf die B 3 als nicht genehmigungsfähig angesehen worden; dabei sei insbesondere seitens der Verwaltung vorgeschlagen worden, keine Linksabbieger von der B 3 in den Steigweg zuzulassen, sondern die Aufstellfläche
der Burgstraße zu nutzen, indem der Verkehr über Schiller- und Paulusstraße dorthin geleitet werden könne.

Zwischenzeitlich wurden seitens des Verkehrsplaners Kameras zur Verkehrszählung aufgestellt, welche sich aktuell in der Auswertung befinden. Danach werde an einem Runden Tisch mit der Bürgerinitiative und den Fraktionen eine transparente Darstellung des Sachverhalts durch den Planer erfolgen. Es bleibe festzuhalten, dass ohne Ampel eine beidseitige Befahrung des Steigwegs nicht möglich sei. Darum prüfe man im Steigweg eine Baustellenampel zu installieren, damit es keinen Rückstau auf der B 3 gebe und der
Weg für Rettungsfahrzeuge gewährleistet sei.

Die besondere Herausforderung im dritten Bauabschnitt sei, dass die Jöhlinger Straße wegen des Einbaus des Regenwasserkanals in der Straßenmitte auch für Rettungsfahrzeuge über die meiste Zeit nicht befahrbar sei. Der gesamte Verkehr müsse daher über diese einspurige Fahrbahn abgewickelt werden. Eine Verbreiterung des Steigwegs sei kein Thema, weil in die beidseitigen Biotope nicht eingegriffen werden dürfe. Der Naturschutz rund um
Weingarten gebe der Verwaltung sehr wenig Entscheidungsspielraum, da dasselbe zwischenzeitlich auch für das Mauertal, die Ungeheuerklamm , das Tiefental und den Weg am Schlossbergsee gelte. Es werde keine komplette Lösung geben, er aber die Möglichkeiten aufzeigen, die machbar seien.

Schließlich stellte der Bürgermeister klar, dass die Aussage über eine Kurzzeitpflege sich in der Bürgerinformation auf einen Einzelfall bezogen habe, bei dem eine Person 3 bis 4 mal wöchentlich für eine Tagespflege in Blankenloch abgeholt werden müsste und die Befahrbarkeit der Jöhlinger Straße voraussetze. Die ambulante Versorgung der Menschen würde in Zusammenarbeit mit den Pflegediensten jederzeit gewährleistet werden.
Sobald erste Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vorliegen, werde man umgehend informieren.

Bericht: Gemeinde Weingarten, Aus dem Gemeinderat
Bild: Symbolbild, Archiv MeinOrt