Bäume pflanzen im Weingartner Wald

„Pflanzt Bäume, um den Planeten zu retten“. Der Weingartner Verein „Agnus-Jugend“ unter der Vorsitzenden Loubna Oberwinkler nahm sich den Aufruf der globalen Initiative „plant for the planet“ zu Herzen und startete einen Aufruf an die Bevölkerung,

am 23. November 1000 Bäume im Weingartner Wald zu pflanzen. Geschätzt rund 80 Weingartner folgten dem Aufruf und machten sich, ausgerüstet mit Spaten und Gummistiefeln, am Samstagvormittag auf den Weg zur Pflanzfläche bei der Kirschbaumallee. „Es wären wesentlich mehr gewesen, aber ich habe aus Gründen von Terminüberschneidungen ganz viele Absagen bekommen“, bedauert Loubna Oberwinkler. Andere hätten gesagt, sie kommen nicht zum Pflanzen, spenden aber Geld. Auch das ist möglich, denn die Initiative bietet mehrere Möglichkeiten, sich einzubringen. Eine andere Art ist der Kauf der „Guten Schokolade“. Händler und Hersteller verzichten auf ihren Gewinn und fünf Tafeln finanzieren einen neuen Baum. Bäume retten das Klima „Bäume ziehen das CO2 aus der Luft, speichern es und halten das Wasser im Boden“ erklärte die jugendliche Klimabotschafterin Ronja, „darum sind sie für den Erhalt des Klimas so wichtig“. Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Wehowsky freute sich, dass so viele gekommen seien, etwas zu tun, dass der Wald überleben könne, nachdem der heiße trockene Sommer 2018 sehr viele Bäume geschädigt habe. Auch die Grüne Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz bestätigte massive Baumschäden und dankte den Initiatoren dieser Aktion: „Ihr seid Vorbild!“. Später arbeiteten die Beiden Hand in Hand und schafften binnen 30 Minuten vier Bäume. Zahlreiche Menschen, die sich sonst ganz anders engagieren, waren am Pflanzort zu finden. „Das ist eine gute Aktion“ fand Schützenmeister Matthias Winheim und die katholischen Kirchengemeinderatsmitglieder Norbert und Heidrun Strieder waren ebenfalls zugegen. Die Kinder vom Haus Kunterbunt haben Eicheln gepflanzt Ein besonderes Geschenk brachten die Kinder des Schülerhorts „Haus Kunterbunt“, die Eicheln in Töpfe gepflanzt und im Lauf eines Jahres eine 50 Zentimeter hohe Stieleiche herangezogen hatten. Sodann erläuterte der Weingartner Förster Michael Schmitt den Pflanzvorgang. Die Pflanzen seien frische, wurzelnackte Schößlinge von Traubeneichen. Der Forst habe die Fläche frei gemacht und den Boden vorbereitet. Pflöcke sollten „Fluchtpunkte“ für die Reihen sein. Das Loch bitte so tief graben, dass der Wurzelhals bedeckt sei. Dann den Baum hineinsetzen und die Erde darüber decken und vorsichtig fest drücken. Hoch motiviert griffen die Helfer zu ihren mitgebrachten Spaten und gingen eifrig ans Werk. Gar nicht lange, so waren die ersten Bäumchen eingepflanzt. „Ganz schön mühsam“ war mitunter auch zu hören, denn schon nach kurzer Zeit stieß der Spaten auf einen kiesig sandigen Horizont. Aber unverdrossen ging es weiter. Vorwiegend Familien, Paare und Einzelpersonen waren zugange, die größte Gruppe bildete der CVJM mit 32 Teilnehmern. Schmitt ging von einem zum anderen, gab hier Rat, unterstützte dort mit Tat und zeigte vor allem den vielen Kindern, auf was es ankam und was sie hiermit leisteten. Anpacken statt nur reden „Toll, dass so viele Leute mitmachen und Zeichen setzen für den Klimaschutz“, freute er sich. Die gesamte Fläche bemesse 0,7 Hektar. Es wäre schön wenn bis zur Mittagszeit ein Drittel gefüllt wäre. Ganz erreicht wurde das selbstgesteckte Ziel nicht, aber fast. Immerhin 850 Bäume seien in den Boden gekommen, berichtete Axel Hammen, Vorsitzender der Grünen Liste in Weingarten. Unabhängig vom Ergebnis fasste David Metzger zusammen: „Schön, dass die Leute tatsächlich kommen und pflanzen und nicht nur darüber reden”

 

Text:TBR

Bild:Symbolbild