Aus dem Gemeinderat: Kinderbetreuung wird teurer

Das berichtet die Gemeinde Weingarten: 

Anpassung der Kindergartengebühren
Die Gemeinde Weingarten strebt einen Kostendeckungsgrad der Kinderbetreuung durch Elternbeiträge von 20 Prozent an und folgt damit den Empfehlungen der Kirchen und Kommunalen Landesverbände. Dieser Deckungsgrad war seit der überproportionalen Tarifsteigerung in 2017 ohne Steigerung der Elternbeiträge nicht mehr zu erreichen. Darum sollen diese ab dem Kindergartenjahr 2018/19 erhöht werden. Heike Jung, Sachbearbeiterin im Rathaus, trug dem Gemeinderat das von der Gemeinde favorisierte Gebührenmodell vor. Danach werden die Beiträge für 2018/2019 um vier Prozent erhöht und zum Kindergartenjahr 2019/2020 um weitere vier Prozent. Da die Erhöhung um vier Prozent für 2018/19 erst zum 1. Januar 2019 erfolgen kann, entspricht dies für die verbleibenden acht Monate sechs Prozent. Der zusätzlich benötigte Beitrag werde in allen Betreuungsformen – Regelgruppe, Verlängerte Öffnungszeit, Ganztagesbetreuung – parallel angepasst. Die Kosten für die Regelgruppe lagen bisher unter der Empfehlung der Verbände, wogegen die Beiträge für die Ganztagesplätze hoch angesetzt waren. Das wird nun ausgeglichen, indem die Erhöhungen  nicht prozentual auf die einzelnen Beiträge erhoben, sondern gleichmäßig auf alle Eltern verteilt werden. Die monatlichen Beiträge erhöhen sich von 2017/18 auf 2018/19 bei jedem Erstkind um acht Euro beziehungsweise bei Nachberechnung der Monate September bis Dezember 2018 um elf Euro, bei Zweitkindern um sechs bzw. acht Euro. Diese Erhöhung mit einem Fixbetrag entspreche auch dem Wunsch der Elternbeiräte, berichtete Jung. Die Kindergartenträger und die Elternvertreter waren im Vorfeld über die geplanten Erhöhungen informiert und um eine Stellungnahme gebeten worden. Ihren Äußerungen war zu entnehmen, dass bei prozentualer Erhöhung die Schere zwischen den einzelnen Betreuungsformen immer größer werde: billige Regelplätze und teure Ganztagesplätze. Das treffe vor allem diejenigen Familien, die mit geringerem Einkommen, beispielweise als Alleinerziehende, auf einen Ganztagesplatz angewiesen seien. Dem soll mit einem Fixbetrag entgegengewirkt werden. Dem Wunsch mancher Eltern nach stundenweiser Buchung und Abrechnung könne jedoch nicht nachgekommen werden. Ferner, fuhr Jung fort, führe die Gemeinde eine Drittkind-Regelung ein, die kinderreiche Familien entlasten soll. Für Drittkinder fallen im Kindergartenjahr 2018/19 fünf (bei Nachberechnung sieben) Euro an. Ab dem Kindergartenjahr 2019/20 bezahlen Erstkinder acht Euro mehr, Zweitkinder sechs und Drittkinder vier Euro mehr. Das aktuelle Berechnungsmodell werde beibehalten. Für das erste Kind fallen weiterhin 100 Prozent des Beitrags an, für das zweite Kind in einer Einrichtung reduziert sich der Beitrag um 25, für das dritte Kind um 40 Prozent.

Bürgermeister Eric Bänziger fasste zusammen: Es sei ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, einen Anteil von 20 Prozent der Gesamtkosten über die Elternbeiträge zu erheben. Die Erhöhung wurde über mehrere Jahre gestreckt. Er halte das für ein gutes Ergebnis der Verwaltung. Christina Stern, Elternbeirat vom Kindergarten Am Alten Friedhof, sagte dazu: „Danke, dass erstmals eine Anregung von Elternseite so gut aufgegriffen wurde.“ Werner Burst (SPD) hätte gern völlige Gebührenfreiheit gesehen, wie in Berlin, und enthielt sich bei der Abstimmung. Philipp Reichert (WBB) sah in der Entlastung für Drittkinder einen guten Kompromiss. Andrea Friebel (CDU) war erfreut, dass dem Vorschlag der Eltern so gut gefolgt werden konnte, aber die Haushaltslage sei angespannt. Sonja Güntner (Grüne) meinte, Dreikindfamilien zu entlasten werde befürwortet, aber der 20-Prozent-Anteil müsse bestehen bleiben. Carolin Holzmüller (FDP) erinnerte zwar an das Konnexitätsprinzip, meinte aber es sei ein guter Kompromiss, dass die Einkindfamilie nicht mehr belastet werde. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag der Verwaltung einstimmig bei einer Enthaltung zu.

Quelle: Gemeinde Weingarten
Bild: Symbolbild, Pixabay