Kirchplatz eingeweiht – was sagt Ihr zur neuen Bachbühne?

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Das berichtet die Gemeinde Weingarten in der TBR: 

Mit starken Klängen und starken Worten wurde der Kirchplatz
am Sonntag feierlich eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Das Thomas Jehle Trio
Das Thomas Jehle Trio mit E-Piano, Schlagzeug und Bass eröffnete den wunderbaren, wenn auch wettermäßig etwas zu
kühlen Tag mit passendem und richtungsweisendem Jazz auf
der Bachbühne. Zunehmend füllte sich der Platz und die Besucher sprachen Spießbraten und Grillgemüse der Metzgerei Kunzmann zu, labten sich am auswahlreichen Kuchenbuffet der Landfrauen und schleckten trotz des kalten Wetters genießerisch die Köstlichkeiten der „Frozen Yogurt Factory“. Sie nahmen die Treppenstufen zum Bach in Beschlag und übergaben ganz von sich aus den Platz seiner Bestimmung, nämlich Gespräch und Begegnung.

Rückblick auf die Historie
Punkt 14 Uhr ergriff Bürgermeister Eric Bänziger das Wort,
übergab es aber zunächst an Klaus Geggus, Vorstandsmitglied
im Bürger- und Heimatverein, und sprach dessen vielseitige
Tätigkeiten an. Geggus übernimmt seit Jahren die Neubürgerführung sowie interessante historische Führungen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. „Die Jöhlinger Straße ging vor 1800 vom Oberdorf kommend nicht geradeaus wie heute
zur B 3, sondern über eine Steinbrücke nach links über den
Bach und dann an dem alten Kirchlein vorbei zur Ortsmitte“,
begann Geggus. Der damals über die Straße ausgedehnte Muschelkalkfelsen versperrte nämlich den Weg. Dann berichtete
er über die Kirchengeschichte des Ortes, die zum Bau der beiden Kirchen geführt hatte und wie schließlich im Zuge des
Neubaus der Marktbrücke der Felsen abgetragen wurde und
eine Furt entstand. In dieser Furt wurden die Pferde getränkt
und gebadet und es entstand der Namen „Gailbumber“.

So ging es weiter, fundiert und kurzweilig zugleich. Bänziger dankte
ihm für seine Ausführungen und dankte auch dem Musikverein, der kurzfristig eingesprungen war. Die Verwaltung sei sehr froh, dass der Verein immer bereit sei, die Gemeinde zu unterstützen. Vielen Dank für solche Spontaneität. Dann wandte er sich an die Bürger, es nahte der Höhepunkt des Festes.

Ansprache des Bürgermeisters
„Liebe Weingartner, liebe Gäste, Ihnen gehört dieser Platz. Es
ist ein Platz der Gemeinschaft und ein Pluspunkt in unserer
städtebaulichen Entwicklung.“

Im Rückblick erinnerte das Ortsoberhaupt an ein langes Tauziehen im Gemeinderat um die Gestaltung. Wie soll der Platz
werden? So wie vorher? Oder sollte es bei 20 Millionen Gesamtinvestitionsvolumen in den Straßenbau (Jöhlinger Straße,
Burgstraße und Kirchplatz) nicht möglich sein, 200.000 in die
Gestaltung zu investieren? 100 000 für die Bachbühne und 100
000 für das Granitpflaster? Er freue sich, dass die Entscheidung
für diese Lösung gefallen war. Quadrate aus hellem Granitstein
„Rosa Santa Elvas“ aus Portugal, abgesetzt mit dunkelrotem
„Reminger Mainsandstein“ bilden den Schwerpunkt. Stabil,
unverrückbar, dauerhaft für Jahrhunderte. Um seine Wertigkeit zu unterstreichen, endet dieser Belag beim Übergang zur
langgestreckten Kirchstraße und auf der Rückseite der katholischen Kirche am Eingang zur Keltergasse. Die Treppen zu
den Eingangstüren sind durch ein Podest verbunden, was der
Platzgestaltung sehr gut tut. Elke Gericke vom Architekturbüro
Modus Consult sei es gelungen, sagte Bänziger, „nicht nur eine
Durchfahrtstraße, sondern einen Platz zu schaffen“. Gemeinderat Roland Felleisen habe der Diskussion im Gemeinderat
die entscheidende Wendung gegeben und er sei dankbar, dass
Felleisen ihm mit seinem Redebeitrag damals so den Rücken
gestärkt habe: „Plätze spielten in der Historie schon immer
eine besondere Rolle. Plätze sollten nachhaltig sein und auch
künftigen Generationen noch zur Verfügung stehen.“ Darum
sei die Wahl auf diesen Granit gefallen. Er werde mit der Zeit
nachdunkeln, Flecken bekommen. Das sei normal denn das Leben hinterlasse überall seine Spuren. Eintausend Kubikmeter
Erde seien bewegt und 180 Tonnen Granit und Sandstein verlegt worden. Der Walzbach sei durch die Bachbühne mit einbezogen und restru

Weihe durch die beiden Geistlichen
Sodann folgte die Weihe des Platzes, die Pfarrer, Jens Maierhof für die katholische und Diakonin Elke Seiter für die evangelische Kirche vornahmen. „Kirchen prägen den Ort“, sagte Maierhof, „und so soll Kirche auch sinnbildlich verstanden werden, als ortsprägende Institution“. Das Bibelwort „Sehet das Wohl der Stadt und betet für sie, denn in ihrem Wohl liegt Euer Wohl“ sehe er als „Auftrag, sich für das Wohl der Menschen vor Ort einzusetzen“.

Der Platz zeichne sich zum Verweilen aus, er sei eine Ruhezone und er sei ein Geschenk an die Bürger und auch ein Geschenk an die Kirchen, die dadurch besonders würdig zur Geltung kommen. Elke Seiter betrachtete den Platz als einen „Platz des Lebens und der Gemeinschaft“ und sprach dazu ein passendes Gebet für die Menschen, die diesen Platz belebten, bevor die Beiden gemeinsam den Segen sprachen. Mit dem triumphalen und eleganten Konzertmarsch „Arsenal“ brachte der Musikverein die freudige Stimmung zum Ausdruck. Mit dem gemeinsamen Schnitt durch das Band, an dem auch Elke Gericke beteiligt war, war die Eröffnung vollzogen. Das Weingartener Saxofonensemble unterhielt die Gäste noch einige Zeit mit flotten Klängen, bis um 16 Uhr das Fest ausklang.

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